Blöder Spruch, ich weiß. Aber dennoch ist es geboten, immer wieder darauf hinzuweisen und zwar so lange wie die Schulen es nicht nur nicht schaffen, die Herkunftseffekte auszugleichen, sondern im Gegenteil immer wieder neu dazu beitragen. Hier eine Grafik aus dem Bildungsbericht kompakt 2024.
Autor:innengruppe Bildungsberichterstattung. Bildung in Deutschland kompakt 2024. Zentrale Befunde des Bildungsberichts (DIPF, Hrsg.), Bielefeld 2024.
Nur kurz zur Erläuterung:
„Tertiäre Herkunftseffekte“
Diese Bezeichnung verweist darauf, dass sich Lehrer:innen vom familiären Hintergrund eines Kindes beeinflussen lassen, wenn es um die Empfehlung für das Gymnasium geht. Im Grunde ist es ein Skandal, dass die Lehrer:innen – wohlgemerkt: bei gleicher Leistung – einem Kind von niederem sozialen Stand nicht so gern oder so oft die Eignung aussprechen wie einem von hoher Herkunft.
Sie mögen sich dabei von rationalen Überlegungen leiten lassen: Die Eltern des einen Kindes haben vielleicht nicht so die Bildung oder das Geld oder/und die Beziehungen, gute Nachhilfe zu finden, wenn es mal nicht so gut läuft. Und sie meinen, dem Kind einen Gefallen zu tun, wenn sie sagen, es wäre besser an einer anderen Schulform aufgehoben. Das sehe ich als Kompetenzüberschreitung. Sie paart sich mit dem anderen Effekt:
„Sekundäre Herkunftseffekte“
Unter sekundären Herkunftseffekten versteht man die Haltung der Familie, bzw. das Zutrauen in den Bildungserfolg des eigenen Kindes. Dieses Zutrauen ist bei Eltern mit niedrigem sozialen Status weniger ausgeprägt als bei den „höheren“ Familien. Sie rechnen selbst damit, dass ihr Kind auf dem Gymnasium Probleme haben und damit nicht klarkommen könnte und zögern deshalb mit einer Anmeldung. Noch dazu, wenn sie von der Grundschullehrkraft entsprechend beraten werden.
Vertiefende Beiträge
Die Herkunftseffekte begleiten diesen Blog schon seit seinen Anfängen. Hier ein paar Beiträge mit wesentlich genaueren als den oberen Hinweisen:







2 comments On Faktencheck #109: Und täglich grüßen die Herkunftseffekte
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