
Quelle
Frank, Nikolaus (2012). Intelligenz, Sozialschicht und Schulerfolg (Berichte aus der Pädagogik). Aachen: Shaker (Zugl.: Augsburg, Univ., Habil.-Schr., 2012).
Kontext
Nikolaus Frank wird in seiner Habilitationsschrift noch wesentlich deutlicher; es lohnt sich, den ganzen Beitrag auf Pädagokick zu lesen. Ich hätte noch viele andere Zitate auswählen können. Hier nur ein paar Schmankerln:
»Die Wechselwirkung zwischen Intelligenz und schulischer Förderung macht es schwer, eine Eignung vorab zu bestimmen und damit die endgültige Zuweisung (in Deutschland z. B. nach der vierten Klasse) vorzunehmen. Dies bedeutet einerseits eine Benachteiligung für die ausgeschlossenen Kinder hinsichtlich ihrer potentiellen Intelligenzentwicklung, andererseits gesellschaftlich den Verlust eines Begabungspotentials« (Oerter 2002, S. 240). Mit anderen Worten: Wir vernachlässigen unter Umständen durch die schulisch wirksamen Selektionsmechanismen nicht nur den Förderauftrag der Schulen, sondern verschwenden auch noch intellektuelle Ressourcen, die bei uns zu den Schlüsselfaktoren der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit gehören. (Frank 2012, S. 78)
Wie viele Studien belegen, erfolgt die Selektion der Schüler oft nach subjektiven Kriterien und nicht nach objektiven Mess- und Beurteilungsverfahren (vgl. Ingenkamp/Lissmann 2005; Sacher 2004). (Frank 2012, S. 122–123)
Zwar ist hinlänglich bekannt, welche subjektiven Einflussfaktoren die Lehrerempfehlung beeinflussen, wie viele Schüler dadurch aber schon auf eine falsche Schullaufbahn geschickt wurden, ist wissenschaftlich nicht nur eine Grauzone, sondern eher völlige ‚Finsternis‘, aber für den Betroffenen keinesfalls Schicksal, sondern Unzulänglichkeit (um nicht zu sagen Fahrlässigkeit) unseres Schulsystems. (Frank 2012, S. 132)
Andere Zitate verkneife ich mir jetzt an dieser Stelle, sie stehen dort.






1 comments On Zitat #2: Intelligenz und Schulerfolg?
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