Update (15.04.2025)
Vor ziemlich genau einem Jahr stellte ich diese Idee vor. Inzwischen gibt es konkrete Pläne in NRW, an Realschulen Hauptschulbildungsgänge einzurichten. Dieser Zeitungsbericht beschreibt die Pläne und die damit verbundene Kritik. Eine gute und kurze Zusammenfassung der geplanten Änderung mit der kontroversen Diskussion finden Sie auch hier.
Vor einigen Wochen hatte ich in einem Beitrag die Möglichkeit ausgelotet, dass sich eine Realschule zur Gemeinschaftsschule weiterentwickelt, weil bestimmte Voraussetzungen in dieser Schulart bereits angelegt sind (Sichtweisen #26). Inzwischen erhielt ich den Bericht eines Schulleiters, der mit „seiner“ Realschule genau diesen Weg beschritten hat.
Gisonni, Thomas. (2022). Von der Realschule zur Gemeinschaftsschule. Lehrern & Lernen 48 (8/9), 46–51.
Voraussetzungen
Die Gründung einer Gemeinschaftsschule (i. F. abgekürzt GMS) ist voraussetzungsreich; besonders dann, wenn es dafür noch keine Tradition oder Strukturen gibt. Hier mal ein erster grober Überblick über Felder, die man im Auge behalten muss:
Pädagogischer Ansatzpunkt
Es gibt verschiedene Ansatzpunkte für die Entwicklung einer Gemeinschaftsschule. In Bayern waren es vorwiegend Kommunen, die von sich aus aktiv wurden, um die eigene Schule am Ort zu stärken oder zu halten. In zwei Fällen waren es auch Landkreise, die sich überlegten, ob das die richtige Alternative für ihre Region wäre. Leider sind alle Ansätze ohne Folgen geblieben, weil das (damals CSU-geführte) Kultusministerium alles aus ideologischen Gründen blockierte.
In Baden-Württemberg gab es eine politische Wende, die Gemeinschaftsschulen möglich machte. Thomas Gisonni, Schulleiter der GMS Loßburg, beschreibt die pädagogische Initiative so:
Es ging darum, die individuelle Förderung der Lernenden in den Mittelpunkt zu stellen. Besonders entscheidend erschien mir, dass die Heterogenität der Schülerschaft weniger als Problem, sondern als Normalität begriffen wurde. Es wurde zunehmend erkannt, dass Schüler/innen unterschiedliche Stärken und Schwächen besitzen und dass es eine große Aufgabe ist, diese als Chance zu nutzen. Eine solche neue Betrachtungsweise, die nicht den Stoff, sondern den Lernenden in den Mittelpunkt stellt, erfordert natürlich auch ein komplettes Umdenken beim Unterrichten. (S. 46)
Verstärkte Heterogenität durch neue GS-Empfehlung und Vermeidung von G8
Die neue Schulpolitik brachte eine – bis heute in BW umstrittene – Neuregelung der Grundschulempfehlung mit sich, in deren Gefolge das Spektrum der Heterogenität der Realschüler:innen sich ausweitete. Es kamen nun auch Fünftklässler:innen mit Hauptschulempfehlung.
Die Situation vor Ort war auch nicht einfach, denn mit dem Wegfall der Verbindlichkeit bei der Grundschulempfehlung kam eine weitere Herausforderung auf die Realschule Loßburg zu. Die im selben Haus befindliche Werkrealschule hatte auf einmal nicht mehr genügend Anmeldungen, dafür hatten wir als Realschule plötzlich zahlreiche Schüler/innen mit Hauptschulempfehlung im Unterricht. (S. 46)
Man könnte sagen, das war die Stelle, an der sich die Heterogenität der Leistungen weiter „nach unten“ spannte. Am anderen Ende gab es eine Ausweitung durch Familien mit leistungsfähigen Kindern, die bewusst den Stress der verkürzten Schulzeit im 8-jährigen Gymnasium vermeiden wollten. Diesen Effekt kennen wir auch aus den Zeiten des G8 in Bayern.
In Loßburg war es Tradition, dass viele Eltern ihre Kinder nach der Grundschule trotz Gymnasialempfehlung nicht an das allgemeinbildende Gymnasium nach Freudenstadt schicken wollten, sondern den G9-Weg über Realschule und berufliche Gymnasien wählten. In Loßburg hatte der sanfte Weg zum Abitur bereits Tradition. Das bedeutete jetzt aber besonders vielfältige Lerngruppen und es zeigte sich, dass die Schulform der Realschule hier auch an ihre Grenzen kam. (S. 46)
Ansätze der Veränderung
Die Frage einer Systemumstellung ist ja immer: Wo ansetzen? Gleich die ganze Schule umbauen oder unten beginnen und die Neuerungen mit den Schüler:innen hochwachsen lassen? In Loßburg setzte man in Jahrgangsstufe 5 an.
So wurde in Klassenstufe 5 aus den Fächern Stunden für Individuelles und Selbstständiges Arbeiten (ISA) generiert und die Schüler/innen bekamen Coaches mit regelmäßigen Beratungsterminen. (S. 46)
Es reicht allerdings nicht, dass eine Schule sich nur allein mit den Veränderungen abmüht. Die Gemeinde und die Eltern müssen einbezogen werden. Auch hier wurde wieder von außen eine günstige Gelegenheit geschaffen:
Als dann die neue Schulart Gemeinschaftsschule in Baden-Württemberg eingeführt wurde, schien diese wie gemacht für unsere Situation. Idealerweise sollten hier Schüler/innen auf allen drei Niveaus miteinander lernen, und genau das war ja unsere Schülerschaft. Zudem bekam Loßburg einen neuen Bürgermeister, der die Situation an unserem Schulstandort ebenso einschätzte und ein begeisterter Befürworter war. (S. 46)

Eltern, die an der schulischen Bildung interessiert sind, begleiten Veränderungen mit Skepsis, und das sollten sie auch. Durch Abfragen und auf Info-Veranstaltungen wurden die kritischen Punkte angesprochen. So beschreibt Thomas Gisonni diesen Teil des Prozesses
„Bei Informationsveranstaltungen und im Rahmen von Umfragen erhielten die Loßburger Eltern Gelegenheit, ihre Wünsche, aber auch Bedenken hinsichtlich der neuen Schulart zu stellen. Hier galt es, zahlreiche Vorurteile gegenüber der neuen Schulart zu entkräften:
Gleichmacherei. Die GMS bewirkt im Grunde genau das Gegenteil, indem sie eben nicht alle Schüler/innen in ein Niveau presst, sondern individuelle Stärken und Schwächen fokussiert.
Eltern bekommen nichts mehr mit. Durch Instrumente wie den Timer, unser Lerntagebuch und regelmäßige Gespräche sind Eltern stets in das Schulgeschehen involviert.
Keine Noten – Keine Leistung. Leistungen werden regelmäßig erhoben und es gibt genaue Rückmeldungen, welche Kompetenz wie beherrscht wird. Zudem ist es eine Aufgabe der Coaches, die Lernenden dabei zu unterstützen, die besten Lernergebnisse zu bekommen.
Ganztag nimmt die Freizeit. Nicht ganz einfach ist es, im ländlichen Raum die Vorbehalte gegen den Nachmittagsunterricht zu entkräften. Klar ist es ein großer Vorteil, wenn der Großteil der Aufgaben in der Schule erledigt wird und die üblichen familieninternen Dramen bei Hausaufgaben ausbleiben. Dennoch konnten sich einige Loßburger nicht mit dem Ganztagsgedanken anfreunden. Eine wichtige Maßnahme, um den Bedenken entgegenzuwirken, war allerdings die Kooperation mit Vereinen und anderen Institutionen der Gemeinde.“ (S. 47)
Anderes Verständnis von Lernen
Das alte oder falsche Verständnis von Lernen ist das nach dem Nürnberger Trichter, bzw. das „Bulimie-Lernen“, das Hattie das banking model of education nennt und immer noch überall auf der Welt verbreitet sieht. Dieses muss durch ein neues, anderes Verständnis abgelöst werden.
Geht es darum, Fakten kurz gegen Noten abrufbar zu machen, oder bedeutet Lernen, dass Kompetenzen, Fähigkeiten, Kenntnisse nachhaltig erworben werden? (S. 47)
Das neue Lernen erfordert auch, dass die Lehrpersonen ihr gewohntes Einzelkämpfertum bei geschlossener Klassenzimmertür beenden und viel mehr und intensiver zusammenarbeiten.
Es war wirklich ein kräftezehrender Prozess für viele Lehrpersonen, sich an die neue Rolle zu gewöhnen. Niemand hatte in seiner Ausbildung gelernt, wie man erfolgreich coacht, also seine Coachlinge (dieser Begriff hat sich bei uns eingebürgert) begleitet. Man musste sich radikal vom Einzelkämpfertum als Lehrperson verabschieden. Es gab zusätzlich zum Nachmittagsunterricht am Montag, Dienstag und Donnerstag für alle Lehrpersonen verpflichtende Teamsitzungen. Ohne diese Absprachen wären die zahlreichen Herausforderungen der neuen Schulart unmöglich zu bewältigen gewesen. (S. 47)
Nicht jeder Kollege oder jede Kollegin ist mit den Veränderungen einverstanden. Die Gemeinschaftsschule, vor allem so lange sie im Aufbau ist, braucht „Überzeugungstäter“.
So kam es letztendlich dazu, dass einige Lehrpersonen einen Versetzungsantrag gestellt hatten, um weiterhin an einer Realschule arbeiten zu können. Dies war eine ehrliche und nachvollziehbare Entscheidung, denn so eine herausfordernde Schulart braucht dringend Überzeugungstäter und diese konnten wir nach und nach immer mehr für unser Kollegium gewinnen. (S. 47)
Der Gewinn für die Lehrkräfte, die sich auf diesen fordernden Schulentwicklungsprozess einlassen, ist eine höhere Berufszufriedenheit.
Auch wenn die Zeit der Anwesenheit an der Schule sich sicherlich für die Lehrpersonen gesteigert hat, so ist die Beziehung zu den Schüler/innen eine ganz andere geworden. Inzwischen sind sich so ziemlich alle auch einig, dass die Teamstrukturen auch viele entlastende Elemente haben. Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass die veränderte Rolle trotz des Aufwandes durchaus einen entscheidenden Beitrag zu mehr Berufszufriedenheit geleistet hat – zumindest für diejenigen Kolleg/innen, die sich darauf einlassen konnten. (S. 47)
Nicht nur für Gemeinschaftsschulen, sondern für jede Schule wäre eine Schulsozialarbeit von hohem Nutzen.
Eine wichtige Hilfe ist auch der seit Jahren an unserer Schule eingesetzte Schulsozialarbeiter, der regelmäßig an den Teamsitzungen teilnimmt und so in alle Abläufe integriert ist. Bereits die Realschule Loßburg hatte begriffen, dass der Einsatz eines Schulsozialarbeiters nicht das Eingeständnis von Mängeln, sondern ein entscheidendes Qualitätsmerkmal einer Schule ist. (S. 48)
Leistungen und Rückmeldungen
Den neuen Lernformen wird häufig der Vorwurf der „Kuschelpädagogik“ gemacht – freilich nicht aus intimer Kenntnis des Unterrichts vor Ort heraus, sondern aus der Warte der ideologischen Ferne. Wie schon Prof. Uta Hauck-Thum die variablen Möglichkeiten des Unterrichts und der entsprechenden Leistungserhebungen immer wieder betont, so berichtet auch Thomas Gisonni von der Vielfalt der Formen – aber auch von deren Einschränkung, wenn man sich einer traditionellen Abschlussprüfung unterziehen will und muss.
Ein entscheidendes Ziel ist sicherlich auch, sich dabei nicht nur auf Klassenarbeiten zu beschränken, sondern auch neue Formen der Leistungserbringung zu entwickeln und zuzulassen, beispielsweise in der Erstellung von Erklärvideos. Nicht zu vernachlässigen ist allerdings, dass irgendwann dann doch die Abschlussprüfungen anstehen, bei denen es dann doch wieder reguläre Noten gibt und man auf jeden Fall ein böses Erwachen vermeiden will. Aus diesem Grunde bekommen alle Schüler/innen in der neunten Klasse die Leistungen in Schulnoten übersetzt. (S. 49)
Hier ein Beispiel, wie die Rückmeldung für das Erreichen von Lernzielen auf drei Niveaustufen (Grund-, Mittel- und Erweitert) aussehen kann:

Was passiert, wenn die Schüler:innen keine Noten mehr erhalten, wie das an dieser Schule bis einschließlich 8. Jahrgangsstufe der Fall ist? Zahlreiche Eltern und Lehrkräfte befürchten, dass die Lernenden dann keine rechte Motivation mehr aufbringen. Die Erfahrungen an dieser Schule:
Ebenfalls interessant ist, dass wir mehrfach aus der Schülerschaft die Rückmeldung erhalten haben, dass durch den Wegfall der Noten die klassische Rolle des Strebers weggefallen ist. Es ist eher so, dass diejenigen, die in einem Fach ihre Stärken haben, von den anderen als Unterstützende geschätzt werden. Ehrlicherweise gibt es aber genauso Fälle, wo man merkt, dass es besonders in der fünften Klasse erst einmal schwerfällt, keine Note zu bekommen, da ja wirklich jeder in der Grundschule darauf konditioniert wurde. (S. 48)
Wozu es führen kann, wenn Schüler:innen den Freiraum, den das differenzierte und individualisierte Lernen bietet, nicht nur zu nutzen wissen, sondern ihn mit Begeisterung ausfüllen, beschreibt der Schulleiter so:
Durch jahrelange Übung im selbstorganisierten Lernen innerhalb betreuter Lernzeiten hat sich eine Gruppe von Schülern gefunden, die sich hochmotiviert besonderen Herausforderungen stellt. Sie haben sich selbst den Namen DROHNE gegeben (Denkerrunde offensichtlich hochbegabter, neugieriger Erdenbürger)… Die Jugendlichen wagen einen Blick über den Tellerrand bzw. frei nach Platon einen Blick aus der Höhle. Die Jugendlichen programmieren Wetterstationen, lesen und diskutieren die Texte alter Philosophen, sind mit Drohnen geflogen und haben Filme geschnitten. Dabei steht das forschende Lernen und das Einbringen der individuellen Talente im Mittelpunkt. Dies garantiert auch eine gehörige Menge an Freude am Lernen. (S. 50)
So etwas spricht sich rum; manchmal weniger im eigenen Schulsprengel, häufig auch in der Nachbarschaft. Das zeigt die Entwicklung der Schülerzahlen an der neu geformten Gemeinschaftsschule.
Auch wenn es der sprichwörtliche Prophet im eigenen Land auch in unserem Fall nicht ganz einfach hat, zeigt sich im Gegenzug, dass die Anmeldezahlen aus den umliegenden Gemeinden wachsen. Hierbei handelt es sich um Familien, die gezielt unsere Schulart nachfragen, meist mit den unterschiedlichsten Grundschulempfehlungen. Ein weiteres Phänomen ist, dass wir in den Klassen sechs bis acht großen Zulauf von Kindern aus dem Gymnasium haben (S. 48–49)
Weitere Entwicklungsbereiche
Innovative Schulen entwickeln sich auf verschiedenen Gebieten weiter. Hier ein paar Beispiele aus der GMS Loßburg.
Einbeziehung der Grundschule
Grundschulen sind von alters her Schulen für alle Kinder, also Gemeinschaftsschulen. Die GS-Lehrkräfte sind Expert:innen für Unterricht in heterogen zusammengesetzten Klassen. Ein Zusammenschluss von GS und GMS ist also ein schlüssiges Konzept. So sieht das Thomas Gisonni:
Entscheidend ist, dass die Grundschule von der Schülerschaft her bereits schon immer eine Gemeinschaftsschule war, allerdings ohne die Flexibilität, um individuell zu fördern, zu coachen usw. Deswegen war und ist es mir ein wichtiges Anliegen, dass wir ein gemeinsames Kollegium sind und so voneinander lernen und profitieren können.
Ich persönlich habe größten Respekt vor der Leistung der Grundschullehrpersonen in diesem recht starren System, das ja von Anfang an darauf angelegt ist, die Kinder zu sortieren. (S. 50)
Außerschulische Lernorte
Wenn es gelingt, Lernen nicht nur im Klassenzimmer oder im Schulhaus stattfinden zu lassen, sondern im näheren oder weiteren Raum um die Schule herum, dann ist viel gewonnen – inhaltlich und motivational. Das hängt natürlich von den jeweiligen Gegebenheiten ab, die man – also das Kollegium – auch als Lerngelegenheiten erkennen muss.

In Loßburg gehört die an die Schule angrenzende Wiese und der an die Schule angrenzende Wald zum Schulgelände dazu und sind somit ein idealer Erholungs- und Lernort. Auch ein Schulgarten und ein Bienenstand sind hier zu finden.
So wird seit einigen Jahren der Unterricht auch nach draußen verlagert. Auf einer Fläche von 25 ha haben Schüler/innen die Möglichkeit, in, mit und von der Natur zu lernen.
Unser Schulwald ist nie fertig, da die Beteiligten hier immer neue Projekte und Ideen verwirklichen können. Hier bietet die Schulart Gemeinschaftsschule in besonderem Maße Zeit und Raum, der ausgiebig genutzt wird. (S. 50)
Digitalisierung
Wie weiter oben bereits bei den neuen Lern- und Leistungsformen angedeutet, bieten auch die digitalen Endgeräte Möglichkeiten, die bei weitem noch nicht ausgeschöpft sind.
Da die moderne Berufswelt immer stärker andere Kompetenzen erfordert als die Wiedergabe von Wissen in einem schriftlichen Test, ist das Erstellen von Lernvideos durch Schüler/innen eine lohnenswerte Alternative. Experimente können mit Videos dokumentiert und ausgewertet werden. Das ist gerade im Profilfach NwT sehr hilfreich. Aber auch viele andere Präsentationsformen wie Musikvideos und selbst aufgenommene Songs im Musikunterricht oder die Inhaltsangabe von Büchern als Video im Deutschunterricht werden durch den Einsatz digitaler Medien möglich… Im aktuellen Schuljahr nutzen die zehnten Klassen als Pilotprojekt ein multimediales Portfolio, das das klassische Heft ersetzt. So können neben klassischen handschriftlichen Texten auch Bilder, Videos und Sounddateien einfließen. (S. 51)
Semper reformanda
Die Kirchenväter haben den Spruch geformt: Ecclesia semper reformanda. Das bedeutet: Die Kirche muss sich ständig reformieren. Dieser Aufgabe muss sich auch „die Schule“ stellen: So wie sich die Zeiten ändern, die Kinder und Jugendlichen, die gesellschaftliche Kultur, die Wirtschaft, so muss auch eine Schule – jede Schule – darauf achten, dass sie die Schüler:innen nicht auf die Vergangenheit vorbereitet, also auf das, was mal gegolten hat, als die Lehrer:innen noch jung waren. Sondern auf die Zukunft der Kinder und Jugendlichen, die wir Erwachsenen nur erahnen können. Ein „Das haben wir schon immer so gemacht“ ist nicht unbedingt ein Ausweis an Qualität, sondern kann auch in die Sackgasse selbst verschuldeter Rückständigkeit führen. Hier gewissermaßen als Schlusswort dazu noch einmal Thomas Gisonni:
Eines ist allen klar: Der Entwicklungsprozess in unserer Schulart darf und wird niemals aufhören. Es wird immer wieder Baustellen geben, die es sich zu bearbeiten lohnt. Regelmäßig werden Strukturen verändert werden, um den Schüler/innen gerecht zu werden. (S. 51)






