Initiative #65: Inklusion in Bayern voranbringen!

Pressemitteilung

Augsburg, 16. Oktober 2022

Bündnis Gemeinschaftsschule Bayern präsentiert sich in Augsburg erstmals der Öffentlichkeit

Um sich für die Einführung der Gemeinschaftsschule als weitere bayerische Schulart einzusetzen, hatte sich bereits im Juli ein Bündnis mehrerer Bildungsverbände gegründet. Im Oberen Fletz des Augsburger Rathauses präsentierte es sich nun am vergangenen Samstag, 15.10.22, erstmals der Öffentlichkeit.

Christine Lindner, die das Bündnis und seine Ziele vorstellte, rückte gleich zu Beginn Inklusion und Bildungsgerechtigkeit in den Mittelpunkt. Beides werde in Bayern zwar verbal befürwortet, die Umsetzung erreiche jedoch kein befriedigendes Niveau. Lindner kritisierte insbesondere, dass elf Jahre nach der Ratifizierung der UN-BRK die Inklusion in Bayern nicht voran komme und dass sogar immer mehr Schüler:innen vom gemeinsamen Unterricht ausgeschlossen seien.

Gemeinsamer Unterricht statt Auslese

Außerdem klafften in Bayern in besonderem Maße die Chancen von Kindern mit Benachteiligungen aller Art und solchen aus reichen und gebildeten Familien auseinander. Notendruck und Versagensängste lähmten Kinder in ihrer Entwicklung. Bayern brauche die Gemeinschaftsschule, da sie strukturell nicht auf Auslese, sondern auf gemeinsamen Unterricht aller Schülerinnen und Schüler ausgelegt sei und somit die Chancen auf gute Bildung gerechter verteile. Zudem stärke der gemeinsame Unterricht soziale Tugenden wie Kommunikationfähigkeit, Kooperation und Wertschätzung. 

Margret Rasfeld © Simon Wegener

Für die Keynote hatten die Bündnispartner Margret Rasfeld (Schule im Aufbruch, FREI DAY) gewinnen können. Mit viel Herzblut beschrieb die ehemalige Schulleiterin die Situation der momentanen Schülergeneration, die sich angesichts der globalen Bedrohungen unsicher und ohnmächtig fühle und infolgedessen immer mehr von psychischen Störungen betroffen sei. Eine auf Abarbeiten von Stoff, auf Konkurrenz, Selektion und Notendruck ausgelegte Schule könne hierauf keine Antwort geben, sie verstärke und erzeuge vielmehr die Symptome sogar.

Schule müsste jetzt von der Produktion neoliberal nützlicher Arbeitskräfte wegkommen und zur „Quelle eines neuen Humanismus“ werden. Dafür müsse sie auf empathisches Miteinander, Kooperationsfähigkeit, Selbstwirksamkeit und Resilienz setzen. Die Gemeinschaftsschule sei bestens dafür geeignet, da sie Kinder mit den unterschiedlichsten Fähigkeiten und Voraussetzungen gemeinsam unterrichte und ihnen somit praxisnah vermittle, wie eine friedliche und demokratische Welt funktionieren kann. Bildung für nachhaltige Entwicklung sei dabei ein unverzichtbarer Baustein.

Den Finger in die Wunde legen

Das Bündnis Gemeinschaftsschule Bayern will im nahenden Wahlkampf den Finger in die Wunde legen und die Einführung der Gemeinschaftsschule auf die Tagesordnungen bringen. Von Kandidaten und Kandidatinnen, Abgeordneten und Parteien werden Statements erbeten und veröffentlicht.

Unter den Gästen fanden sich neben Bildungs- und Kulturakteuren, Studierenden der Pädagogik, Eltern und ehrenamtlich Engagierten auch Vertreter der Politik. So gaben Stadträtin Dr. Pia Härtinger für die Stadt Augsburg und Stephanie Schmitt-Bosslet für das Bildungsbündnis Augsburg ein Grußwort. Auch die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag, Dr. Simone Strohmayr, war mit von der Partie.

Den Abschluss bildete ein lebhafter und intensiver Austausch aller Anwesenden.

Weitere Informationen erhalten Sie von den Bündnissprechern:

Dr. Gerald Klenk (Lernwirkstatt Inklusion e.V.), 09128 9908030 und

Christine Lindner (Eine Schule für Alle in Bayern e.V.), 0173 7348469

info@buendnis-gemeinschaftsschule-bayern.de

Bündnis Gemeinschaftsschule in Bayern

c/o
Eine Schule für Alle in Bayern e.V.
Holtzendorffstr. 8, 81549 München

c/o Lernwirkstatt Inklusion
Hermann-Oberth-Straße 6, 90537 Feucht

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