Faktencheck #85: Mangelhafte Mangelverwaltung

Es geht – mal wieder – um den Lehrermangel in Bayern. Diesmal nehme nicht ich einen Faktencheck vor, sondern der Bayerische Rundfunk. Der Check wird erfreulich sachkundig und gründlich durchgeführt. Teil 1 ist hier und Teil 2 hier nachzulesen. Hier das Zitat des Fazits:

Fazit

Das bayerische Kultusministerium erstellt jährlich eine Lehrerbedarfsprognose, die Bedarf und Angebot von Lehrkräften für die nächsten zehn Jahre aufstellt. Nach der neuesten Prognose können für Mittel-, Förder- und Realschulen fast durchgängig bis 2031 nicht genügend Lehrkräfte pro Jahr eingestellt werden. Für die Grundschulen bessert sich die Lage erst ab Mitte der Zwanziger-Jahre. An den Gymnasien wird kein solcher drastischer Mangel prognostiziert, doch bereits jetzt wie auch in Zukunft gibt es in den MINT-Fächern zu wenige Lehrer.

BR 24

Die hauptsächliche Ursache für diesen prognostizierten Lehrkräftemangel sind zu wenige Studierende in den entsprechenden Lehramtsstudiengängen. Um die Studierendenzahlen zu erhöhen, schlagen Lehrerverbände und Experten unterschiedliche Maßnahmen vor, von besserer Bezahlung bis zu Einstellungsgarantien. Das Kultusministerium plant solche weitergehenden Maßnahmen bisher noch nicht.

BR 24

Der Einfachheit halber nenne ich hier meine zwei Favoriten:

Bezahlung

Wenn man den Beruf der Grundschullehrer und Mittelschullehrer attraktiver machen möchte, sollte man (= das Kultusministerium und die Bayerische Staatsregierung) an einen Gehaltsausgleich denken, der diese Lehrergruppen nicht von vorneherein gegenüber den Realschullehrern, Gymnasiallehrern und Berufsschullehrern schlechter stellt (bedeutet: Anfangsgehalt A13).

Stufenlehrer

Da wir zurzeit und noch länger einen Überhang haben an Gymnasiallehrern und einen Mangel an Grund- und vor allem Mittelschullehrern („Schweinezyklus„), könnte letzterer dadurch behoben werden, dass schon in der Ausbildung alle LehrerInnen für eine bestimmte Stufe vorbereitet werden, die sie dann in jeder Schulart unterrichten können. Mein Modell wäre:

Stufenlehrer Primarstufe (1 – 4)

Stufenlehrer Sekundarstufe Ia (5 – 7)

Stufenlehrer Sekundarstufe Ib (8 – 10)

Stufenlehrer Sekundarstufe II (11 – 13)

Diese Möglichkeit hat der damalige Kultusminister Maier 1976 ideologisch ausgeschlossen, und seitdem hat die CSU nichts dazugelernt.

Achtung Satire!

Gegenwärtig wird versucht, den Beruf der Grundschullehrerin dadurch attraktiver zu machen, dass man a) die Arbeitszeit erhöht, b) weniger Teilzeit genehmigt und c) Vorruhestandsregelungen pausiert. Ob´s hilft?

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