Initiative #61: Gemeinschaftsschulen in Bayern!

Bündnis fordert inklusive Sekundarschulen

Die Gemeinschaftsschule ist als Schulform in Bayern mit einem quasi-religiösen Tabu versehen, die von der UN-Konvention geforderte Inklusion vom Bundesland Bayern bislang nur dem Begriffe nach umgesetzt, in Wirklichkeit aber mehr verhindert als gefördert worden. Um diesen beiden pädagogischen und sozialen Missständen abzuhelfen, hat sich nun ein Aktionsbündnis zusammengefunden. Ich gebe hier die von Prof. em. Hans Wocken formulierte Pressemeldung wider.

„In Bayern haben sich sechs inklusionsorientierte Bürger- und Elterninitiativen zur einem „Bündnis Gemeinschaftsschule“ zusammengeschlossen. Zentrales Ziel des Bündnisses ist es, im bayerischen Landtagswahlkampf 2023 die bildungspolitische Öffentlichkeit für die Idee des gemeinsamen Lernens in einer schulformübergreifenden Sekundarstufe zu gewinnen und in der Folge Druck auf den kommenden Landtag auszuüben, endlich ein Gesetz zur Einrichtung von Gemeinschaftsschulen in Bayern auf den Weg zu bringen. Der Konstituierungsprozess des Bündnisses ist mit der einstimmigen Verabschiedung eines „Manifests“ sowie einer Satzung und Geschäftsordnung abgeschlossen. Im Herbst will das Bündnis mit einer großen Auftaktveranstaltung sich der Öffentlichkeit präsentieren und mit der Werbung für die Gemeinschaftsschule beginnen.

Im Herbst will das Bündnis mit einer großen Auftaktveranstaltung sich der Öffentlichkeit präsentieren

Das Bündnis wurden von folgenden Gründungsmitgliedern geschmiedet:

  • Aktion Humane Schule e.V.
  • Eine Schule für alle in Bayern e.V.
  • Kunterbunte Inklusion e.V:
  • LAG Gemeinsam Leben – Gemeinsam Lernen Bayern e.V.
  • Lernwirkstatt Inklusion e.V.
  • Netzwerk Inklusion Bayern e.V.

Ein zentrales Motiv für die Gründung des Bündnisses ist das große Ärgernis, dass die schulische Inklusion von Kindern mit Behinderungen beim Übergang von der Grundschule in die Sekundarstufe massiv einbricht. Einst inkludierte Kinder mit Behinderungen werden von den Schulformen der Sekundarstufe eher selten aufgenommen und vielfach an Förderschulen überwiesen. Die Gemeinschaftsschule will diese schwerwiegenden bildungsbiographischen Einbrüche verhindern und allen Schülerinnen und Schülern gemeinsames Lernen in einer inklusiven Sekundarschule ermöglichen. Gemeinschaftsschulen setzen deshalb das Übertrittsverfahren in seiner jetzigen Form („Grundschulabitur“) außer Kraft und vermeiden in der Sekundarstufe „selektive Praktiken wie etwa Sitzenbleiben und Aus- und Abschulungen“ – so das Manifest. Die Gemeinschaftsschule ist bis einschließlich Klasse 8 als eine notenfreie Schule konzipiert.

Die Gemeinschaftsschule will diese schwerwiegenden bildungsbiographischen Einbrüche verhindern

Das Bündnis versteht unter einer Gemeinschaftsschule „eine weitere eigenständige öffentliche Schule im bayerischen Schulwesen. Sie vereint Gymnasium, Realschule, Mittelschule und Förderschule zu einer gemeinsamen Schulform“ (Manifest). Sie will das gegliederte Schulwesen nicht abschaffen, sondern um eine inklusive Schulform bereichern. Die Gemeinschaftsschule versteht sich als eine Schule für alle. Im Manifest heißt es wörtlich: „Alle Schülerinnen und Schüler werden unabhängig von Geschlecht, Weltanschauung, sozialer Herkunft, Begabung, individuellen Lernbedürfnissen oder einer Behinderung aufgenommen. Kein Kind darf ausgeschlossen werden.“ Ein weiterer Satz des Manifests unterstreicht nachdrücklich das inklusive Profil der Gemeinschaftsschule: „Die Gemeinschaftsschule achtet und schätzt die Vielfalt der Kinder und Jugendlichen; sie fördert ihre Gemeinsamkeit und das Miteinander der Verschiedenen.

Kein Kind darf ausgeschlossen werden.

Vereine, Verbände und auch Einzelpersonen, die das Bündnis ideell und/oder finanziell unterstützen möchten, können sich in eine Unterstützerliste eintragen. Weitere Informationen aus dem Bündnis findet man hier.“

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