Längeres gemeinsames Lernen, und das auch noch inklusiv, verdient sich deutsche Schulpreise. In Bayern wird das aber abgelehnt, weil – äh – weil: Bayern halt; das letzte Bundesland, das sich einem gemeinschaftlichen Schulsystem verweigert, selbst als Projektschule, Modellschule oder Schulversuch. Sind die Bayern besonders fortschrittlich oder rückständig? Der Versuch einer streng wissenschaftsgeschichtlichen Annäherung.
Zunächst mal die zwei aktuellen Ereignisse:
Ereignis 1: Eine inklusive Gemeinschaftsschule gewinnt den Deutschen Schulpreis 2024
- Die Wilhelm-von-Humboldt-Gemeinschaftsschule in Berlin-Pankow ist eine von sechs Schulen, die mit dem Deutschen Schulpreis 2024 ausgezeichnet wurden. In der Begründung der Jury des Deutschen Schulpreises heißt es: „Experimentier- sowie Innovationsfreude und datengestützte Weiterentwicklung gehören fest zum Wesenskern der Schulgemeinschaft.“, sagt Jurymitglied Simone Fleischmann vom Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband.
- An der Wilhelm-von-Humboldt-Gemeinschaftsschule in Prenzlauer Berg können die Schülerinnen und Schüler 13 Jahre gemeinsam lernen, von der 1. Klasse bis zum Abitur. Etwa 990 Schülerinnen und Schüler besuchen die Schule.
Ereignis 2: Die Stadt München möchte eine inklusive Gemeinschaftsschule als Projektschule, wird aber vom Kultusministerium daran gehindert

Hier ein Bericht aus der Süddeutschen Zeitung.
News4teachers berichtete ebenso über die „Watschn für Bildungsgerechtigkeit und Inklusion“ wie der bildungsklick.
Hier nun mein neuer wissenschaftshistorischer Ansatz
(Alle Bilder im Folgenden von https://asterix.com/de/gratis-das-asterix-magazin-zum-download/)
Das Bündnis Gemeinschaftsschule in Bayern (links), das Forum Bildungspolitik (Mitte) und die Initiative all-in (rechts) haben von der Ablehnung der Monacensischen Projektschule vernommen. Das ist nur der neueste in einer längeren Reihe von Rückschlägen nach den längeren Streitereien um Denkendorf/Kipfenberg oder Donaustauf. „Was tun?“, fragt sich auch Zeus, bzw. Teutates (nicht im Bild).

Der Hintergrund: Die in den bajuwarischen Regionen regierende Staatspartei der irgendwie christlichen Römer mit ihrem derzeitigen Caesar Marcus Franconicus Magnus (im Volksmund: Omniphagus) haben nach jahrzehntelangen streng neutralen und absolut ideologiefreien Überlegungen das für richtig befunden, was immer schon der bajuwarischen Wahrheit entsprach, nämlich die damals am Berg Sinai in Stein gemeißelte Tatsache, das sich ein gemeinschaftliches Schulsystem („gehört auf den Müllhaufen der Geschichte“) nicht mit dem („äußerst erfolgreichen“) differenzierten System verträgt. JEDENFALLS NICHT IN BAYERN, sonst vielleicht schon (in irgendwelchen zurückgebliebenen Provinzen).

Das derzeit einzige Wesen, das dem Magnus Marcus hin und wieder Respekt abnötigt, ist die unbeugsame Simone Gutemine, deren Name ihr – im Prinzip – freundliches Naturell bezeugt. Allerdings weiß die Obrigkeit zu berichten, dass sie schon manche disputatio mit guten argumenta und gepflegter Kratzbürstigkeit zu bereichern wusste.

Die bajuwarische Kultusministerin (Foto unten Archiv) behält ihren Stolz und nimmt die Ansagen des Franconicus mit einer in Jahrhunderten gereiften Gelassenheit zur Kenntnis, denkt sich das Ihre und versucht, die Ohren auf die ihr anvertrauten discipulos, magistros und parentes der Schola zu richten, was zugegeben bei einem gewissen Versteinerungsgrad ihrer Umgebung (Freie Wahlverwandtschaft) nicht einfach ist.

Dennoch besteht Hoffnung in Teilen der unermüdlichen Gallier, doch noch einen pes in die porta zu bekommen (auf dem Bild rechts der hoffnungsfrohe Elternvertreter Martin Lionheart).

Mittlerweile bringt der Landesschülersprecher Dalton Del Salto Blanco Oleas gegenüber der Obrigkeit in aller Ruhe die Forderungen des bajuwarischen Landesschülerrates zur Kenntnis.

Der aus den hohen nordischen Landen herbeigeeilte Druide Johan von der Wocken versucht seit etlichen Jahren, während derer er auch in dieselben gekommen ist, der bajuwarisch-römischen Obrigkeit die Weisheit per Zaubertrank einzuflößen. Wie sich gezeigt hat, stimmt zwar die Mischung, allein der Geschmack behagt den Caesarianisch Simplen Usurpatoren absolut nicht.

So muss man – darf aber auch – weiter darauf hoffen, dass neben den Inhalten auch die schiere Masse an Unterstützung für die tapferer Streiter weiter zunimmt, so dass immer mehr populus an den so hoch gehaltenen bajuwarischen Lorbeerkränzen zweifelt und sich die Vernunft ausbreitet wie der milde Hauch eines mit sanfter Hand geworfenen Hinkelsteins.

Ehe ich´s vergesse, noch ein Foto vom Forum Bildungspolitik auf seiner letzten Sitzung im Herbst 2024.







