Initiative #46: Digitalpakt Schule

Gerade hatte ich noch gegen die Flickschusterei in der IT-Administration der bayerischen Schulen gewettert, schon lese ich, dass das Bundesbildungsministerium (BMBF) für diesen Aufgabenbereich 500 Mio Euro locker macht.

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Pressemitteilung

03.11.2020 | Nr. 165/2020

Karliczek: 500 Millionen für Administratoren können jetzt fließen

Bundesbildungsministerin unterzeichnet Bund-Länder-Vereinbarung zur Administration

Anja Karliczek
Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung (Porträt).

Am heutigen Dienstag hat die Bundesbildungsministerin Anja Karliczek die Bund-Länder-Vereinbarung für die Förderung von Administratorinnen und Administratoren unterzeichnet, die sich an den Schulen um die digitale Technik kümmern. Damit wird das Engagement des Bundes zur Digitalisierung der Schulen ausgeweitet. Zuvor hatten die Länder die entsprechende Zusatzvereinbarung im DigitalPakt Schule sternförmig unterschrieben. Wenn der Bund nun als letztes unterschrieben hat, kann die Verwaltungsvereinbarung am morgigen Mittwoch in Kraft treten. Dazu erklärt Bundesbildungsministerin Anja Karliczek:

„Durch die Corona-Pandemie mussten die für Schule Verantwortlichen schnell handeln und die Digitalisierung der Schulen beschleunigen. Besonders durch die vom Bund bereit gestellten Mittel im DigitalPakt Schule konnte gerade in den zurückliegenden Monaten die digitale Infrastruktur für digitales Lernen verbessert werden, auch wenn wir noch nicht am Ziel sind. Durch diese Maßnahmen ist gleichzeitig die Anforderung an den technischen Support vor Ort enorm gestiegen. Deshalb investiert der Bund jetzt weitere 500 Millionen Euro für die Förderung der Ausbildung und der Finanzierung von ITAdministratorinnen und Administratoren, die sich vor Ort um die Technik kümmern sollen. Das ist ein wesentlicher Baustein, um die Digitalisierung der Schulen in nächster Zukunft zu forcieren.

Projekte zur Entwicklung nachhaltiger technischer IT-Administration in den Schulen waren im DigitalPakt Schule von Anfang an förderfähig. Mit der neuen Zusatzvereinbarung wollen wir die Länder jetzt dabei unterstützen, Administratoren vor Ort zu finanzieren, die in den Schulen die Technik warten und dort künftig deutlich schneller aktiv werden können.
Das Administratoren-Programm reiht sich in die Digitalisierungs-Hilfen des Bundes in der Corona-Pandemie ein: In unserem Sofortausstattungsprogramm haben wir bereits frühzeitig mit 500 Millionen Euro dafür gesorgt, dass Schülerinnen und Schüler, die zu Hause keine eigenen Laptops nutzen können, mit Leihgeräten ausgestattet werden können. Zudem beraten wir uns gerade mit den Ländern, um weitere 500 Millionen Euro für Laptops für Lehrkräfte bereitzustellen. In dieser Krise arbeiten Bund und Länder besonders gut und eng zusammen. Das zeigt sich auch im DigitalPakt Schule, der mit Mitteln der Länder mittlerweile ein Gesamtvolumen von mehr als sieben Milliarden Euro
hat.“

Digitalpakt
Quelle: BMBF

Hintergrund:

Mit dem DigitalPakt Schule investiert der Bund 5 Milliarden Euro in eine flächendeckende Infrastruktur für digitales Lernen. Im Zuge der CoronaPandemie hat der Bund seine Anstrengungen ausgeweitet, um:

  • 500 Millionen Euro für ein Sofortausstattungsprogramm, damit Schulen Laptops an diejenigen Schülerinnen und Schüler ausleihen können, die zu Hause keine eigenen Endgeräte nutzen können
  • 500 Millionen Euro zur Förderung von Administratoren, die sich um die digitale Technik kümmern sollen
  • 500 Millionen Euro, um Lehrerinnen und Lehrer mit Laptops auszustatten

Mit der Unterschrift unter die zweite Zusatzvereinbarung „Administration“ zum DigitalPakt Schule können nun 500 Millionen Euro an die Schulen fließen, um die Administration der IT in den Schulen und damit die Digitalisierung der Schulen zu fördern. Die Mittel dafür stehen bereit. Anträge können bei den Ländern gestellt werden, sobald deren Förderrichtlinien veröffentlicht wurden. Die Länder verpflichten sich ihrerseits erstmals, die digitale Fortbildung der Lehrkräfte nicht nur auszubauen, sondern dies auch zu bilanzieren und dem Bund zu berichten. Damit wird nachvollziehbar, welche Aufwände für die Qualifizierung der Lehrkräfte getrieben werden, damit die digitale Technik in den Schulen pädagogisch zielgerichtet eingesetzt wird. Zur Unterstützung der Lehrkräfte beraten Bund und Länder aktuell über eine dritte Zusatzvereinbarung, mit der Mittel für digitale Endgeräte für Lehrkräfte bereitgestellt werden sollen.


Hier ist die entsprechende Zusatz-Verwaltungsvereinbarung.

Mal nachrechnen… Quelle: Pixabay

Beispielrechnung:

Wenn man mit Hilfe der in der Zusatzverwaltungsvereinbarung gegebenen Hinweise mal nachrechnet, wieviel Geld vor Ort ankommt, dann sieht das so aus:

Bayern bekommt von den 500 Mio nach dem „Königsberger Schlüssel“ rund 15,6 Prozent, macht genau 77.824.550 Mio.

Bei aktuell 6182 allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen (incl. private und kommunale Träger) kämen pro Schule an:

12588,90 Euro.

Natürlich muss man dann unterscheiden zwischen großen und kleinen Schulen, also rechnen wir Bayerns Anteil mal auf einen Schüler um:

77 824 550 Millionen verteilt auf 1657976 Schüler*innen ergibt

46,94 € pro Schulkind.

Das wäre für eine Schule meiner Größe (knapp 400): 18 775,80 €.

Bei noch genauerem Hinsehen zeigt sich, dass dieser Betrag 90 Prozent der förderfähigen Summe ausmacht, auf den die Länder und Kommunen noch 10 Prozent aufsatteln müssen, in unserem Fall also 2086,20 €. Sollte das an den Schulträgern hängenbleiben, würde das unsere Gemeinde drauflegen müssen. Wir hätten also über 20 000 € für Schul-IT-Administration pro… ?

Pro Schuljahr? Es sieht nicht so aus, als würden diese Gelder jedes Jahr neu aufgelegt werden. Da das Programm „DigitalPakt Schule 2019 bis 2024“ heißt, müssen die Finanzen für fünf Jahre reichen. Das wären bei uns etwa 4000 Euro pro Schuljahr. Wenn ich eine Lehrerwochenstunde mit (A12, Stufe 6) 26,74 € veranschlage, sind das grob gerechnet

4 Stunden pro Schulwoche.

Damit bin ich interessanterweise genau bei der Ankündigung der CSU im vorigen Beispiel gelandet (Absatz zu Klartext 1), die ich immer noch für prekär halte – angesichts dessen, was zu bewältigen ist!

Quelle für die Bayerischen Zahlen

Quelle für die Bundeszahlen

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