Initiative #60: So muss Schule!

Pressemitteilung

Feucht / München, den 29. April 2026

Titel von B. Krondorf, grafische-visualisierung.de

So muss Schule! – Rückblick auf zwei Tage voller Impulse, Mut und Bildungsvisionen

Am 24. und 25. April 2026 wurde die Montessori-Schule Dachau zum inspirierenden Zentrum einer längst überfälligen Bildungsdebatte. Als engagierter und wunderbarer Gastgeber bot sie den idealen Rahmen für die Fachtagung „So muss Schule!“ des Bündnis Gemeinschaftsschule Bayern – zwei Tage voller Fachwissen, Visionen, bewegender Perspektiven und klarer politischer Botschaften für 300 Besucher:innen.

Kraftvoller Aufruf zur grundlegenden Transformation unseres Schulsystems

Die Tagung war weit mehr als eine klassische Bildungsveranstaltung: Sie war ein kraftvoller Aufruf zur grundlegenden Transformation unseres Bildungswesens. Das bestehende selektive Bildungssystem wird den Herausforderungen unserer Zeit nicht mehr gerecht. Dies zeigen die immer stärker nachlassenden Bildungs-, Sozial- und Alltagskompetenzen. Wenn Schule junge Menschen stärken, Demokratie fördern und Alle teilhaben lassen will, braucht es mutige Veränderungen.

Fünf herausragende Referent*innen

Unterstützt durch die Moderation von Tina Uthoff, der Vorsitzenden des Forum Bildungspolitik in Bayern e.V., lieferten die Referent:innen eindrucksvolle Impulse und zeigten aus unterschiedlichen Blickwinkeln, wie Schule neu gedacht und neu gestaltet werden kann.

Margret RasfeldReinhard Stähling und Stefan Ruppaner, bekannte und praxiserprobte Persönlichkeiten der Schulentwicklung, zeigten eindringlich, wie Kinder und Jugendliche unter der klassischen Schule leiden. Fremdbestimmung, hierarchischer Unterricht, Bewertung, Konkurrenz und Selektion behindern ihr Lernen. Gute Leistungen entstünden nicht durch Sitzenbleiben, Ausgrenzung oder Leistungsdruck, sondern durch Vertrauen, Wertschätzung und gute Begleitung sowie durch Selbstbestimmung und Selbstverantwortung für das eigene Lernen.

Diversität und Inklusion seien dabei entscheidende Faktoren, die das Lernen – entgegen landläufiger Vorstellung – nicht behindern, sondern fördern. „Mut zur Transformation„, „Fragen Sie die Kinder, was sie brauchen„, „Die eigene Haltung gegenüber den Kindern verändern“ und „Hört auf zu unterrichten und lasst Schüler lernen“ waren zentrale, wiederkehrende Leitsätze. Auch die Lernumgebung spiele eine große Rolle. Nicht nur Auszeichnungen wie z. B. der Deutsche Schulpreis, sondern auch der Leistungsvergleich mit dem Landesdurchschnitt belegen die Überlegenheit dieser Schulen, zumal viele in Brennpunkten liegen. Praxiserprobte Tipps für einen kreativen Umgang mit hinderlichen Vorschriften gab es ebenfalls.

Graphic Recording von B. Krondorf (Klick für größere Version)

Tim Wiegelmann, Schüler und Bildungsrebell, machte in seinem Beitrag auf bewegende Weise klar, dass echte Inklusion das Synonym für eine gerechte Schule ist. Als junger Mensch mit Behinderung verlieh er seinen Forderungen besondere Authentizität. Seine zentrale Botschaft: Schule müsse Verbindung schaffen, statt auszuschließen. Eindringlich zeigte er die strukturellen Barrieren auf, an die junge Menschen mit Behinderung täglich stoßen, Für seine klaren, mutigen Worte erhielt er stehende Ovationen.

Leonie Feitenhansl brachte als innovative Grundschullehrerin und Bildungsinfluencerin einen frischen, praxisnahen Blick auf moderne Schulentwicklung ein. Sie verdeutlichte, wie eine umgestaltete Lernumgebung – wie beim Churermodell  – zum Einstieg in verändertes Lernen werden können. Ihr Beitrag machte Mut, konkrete, zeitgemäße Alternativen umzusetzen.

Ein kraftvoller Akzent kam zudem von der Bayerischen Schülerinnen Bewegung, die ihre Kampagne „Bildungsbunker machen krank“ vorstellte. Die hier erhobenen Forderungen entsprechen exakt denen der Tagung. Schülerinnen wollen nicht länger Objekt eines veralteten Systems sein, sondern aktiv an einer gerechten Schule mitwirken.

Die Verantwortlichen aus der Politik fehlten

Leider waren die Bayerische Staatsregierung (CSU/FW) sowie das Bayerische Kultusministerium der Fachtagung trotz ausdrücklicher Einladung ferngeblieben und hatten – nicht zum ersten Mal – den Dialog mit Expertinnen, Lehrkräften, Eltern, Schüler*innen und zivilgesellschaftlichen Initiativen verweigert.

„Wer Bildung weiterhin an Selektion statt an Potenzialentwicklung ausrichtet, verspielt nicht nur Zukunftschancen unserer Kinder, sondern gefährdet auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Bayern braucht jetzt den Mut, Schule grundlegend neu zu denken.“

Dr. Gerald Klenk, Co-Sprecher Bündnis Gemeinschaftsschule Bayern

Das Bündnis Gemeinschaftsschule Bayern will jedoch die Hoffnung noch nicht aufgeben, dass die Bildungsverantwortlichen angesichts der Bildungskrise endlich erkennen, wie dringend tiefe Veränderungen sind. Fast täglich legt die Forschung neue Erkenntnisse dazu vor, dass Chancengerechtigkeit, Inklusion, psychische Gesundheit und Stärkung der Kinder dem jetzigen System der Selektion überlegen sind. Das Bündnis kritisiert scharf, dass die bayerische Politik diese Forschungen ignoriert!

„Diese Fachtagung hat eindrucksvoll gezeigt: Die Lösungen liegen längst auf dem Tisch. Was fehlt, ist nicht Erkenntnis, sondern politischer Wille. Jedes Kind hat das Recht auf eine gerechte, inklusive und stärkende Schule.“

Christine Lindner, Co-Sprecherin Bündnis Gemeinschaftsschule Bayern

Die Gemeinschaftsschule kann zum Meilenstein für Bayern werden – eine konkrete, umsetzbare Antwort auf die drängenden Herausforderungen unseres Bildungssystems und unserer Gesellschaft.

Für Rückfragen erreichen Sie uns wie folgt:

Dr. Gerald Klenk (Lernwirkstatt Inklusion e.V.), 0176 63195547 und

Christine Lindner (Eine Schule für Alle in Bayern e.V.), 0173 7348469  

info@buendnis-gemeinschaftsschule-bayern.de

Den ausführlichen Bericht zur Fachtagung finden Sie hier:
https://buendnis-gemeinschaftsschule-bayern.de/veranstaltungen/so-muss-schule-ruckblick/

Die Vorträge der Referent*innen wurden außerdem aufgezeichnet und werden auf der Website des Bündnisses schon bald zur Verfügung gestellt.

Impressionen

Copyright für alle Fotos und Bilder: Bündnis Gemeinschaftsschule in Bayern

von links: Britta Krondorf (Recording), Margret Rasfeld, Stefan Ruppaner, Leonie Feitenhansl
Tim Wiegelmann und Tina Uthoff
Mittagspause in der Montessorischule
Gabriele Triebel, MdL (Die Grünen)
Christine Lindner und Dr. Gerald Klenk, Bündnissprecher

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