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Faktencheck #90: Der Übertritt in Bayern ist eine Fehlkonstruktion

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Nein – es geht hier nicht um eine ideologische oder philosophische Auseinandersetzung. Auch nicht um die sozialen Fragwürdigkeiten, die sich mit den Übertrittsregelungen verbinden, die ja in Bayern besonders strikt gehandhabt werden. Sondern es geht um gerichtsfeste Probleme mit der Notengebung und den Schwerpunktsetzungen, die nicht unbedingt mit dem Lehrplan übereinstimmen, wie hier fein säuberlich seziert wird, so dass die Kritik in Gestalt von zwei Petitionen inzwischen den Weg in den Bayerischen Landtag gefunden hat.

Übertritt Bayern„, so nennt sich eine Bürgerinitiative, aus deren Website ich hier zitiere. Das soll aber einen Besuch dort nicht ersetzen, wenn jemand an den Feinheiten interessiert ist!

Worum geht es?

Beim Übertritt in Bayern entscheidet nicht der Elternwille darüber, ob das eigene Kind auf die Mittelschule, die Realschule oder das Gymnasium gehen kann. Darüber entscheidet im Wesentlichen das Übertrittszeugnis. Ist der Notendurchschnitt aus Mathematik, Deutsch und Heimat-Sachkunde 2,33 oder besser, so darf das Kind das Gymnasium besuchen. Ist der Schnitt 2,66, so darf das Kind höchstens auf die Realschule. Ist der Schnitt 3,0 oder schlechter, so darf das Kind nur die Mittelschule besuchen. Eine Möglichkeit gibt es für Eltern: sie können ihr Kind zum Probeunterricht anmelden. Sobald Ihr Kind mindestens eine 4 in Mathe und eine 4 in Deutsch hat, darf es die höhere Schule besuchen.

Problem Fehleinschätzung Eignung

Wäre das Übertrittszeugnis objektiv, reliabel und valide, so gäbe es kein Problem. Aber es gibt viele Kinder, die ein „schlechteres“ Übertrittszeugnis haben und dennoch auf der höheren Schule bestehen: 90% der Kinder, die über den Probeunterricht in das Gymnasium eintreten, bestehen die 5. Klasse. Sie sind kaum schlechter als diejenigen, die mit einer attestierten Gymnasialeignung im Übertrittszeugnis ins Gymnasium eintreten, diese Schüler bestehen zu 95% die 5. Klasse. Auf der Realschule bestehen Kinder mit Probeunterricht sogar zu 98% die 5. Klasse. Bei alle diesen Kinder hatte das Übertrittszeugnis eine andere Prognose gestellt.

Problem Schulrecht

Zudem halten sich viele Grundschullehrer und Rektoren nicht an die schulrechtlichen Regeln, die Kinder und Eltern schützen und die aktuelle Notensituation des Kindes transparent machen sollten. Sie verschlechtern so die Chancen der Kinder auf eine weiterführende Schule.

Aktuelle Petitionen:

Problem Qualitätsmängel

Aktuelle Petition:

Dazu kommt, dass viele Proben pädagogisch nicht handwerklich gut erstellt und korrigiert werden.
Beispiele für Qualitätsmängel finden Sie hier.


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