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Initiative #61: Landtagsabgeordnete unangekündigt abgefragt

Pressemitteilung

München, 03.07.2026: Am 17. Juni 2026 machte eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern der Bayerischen Schüler*innenbewegung den Bayerischen Landtag zum Klassenzimmer: Ohne Vorankündigung stellten sie den Landtagsabgeordneten Fragen aus alltäglichen Schultests.
Unter den „Abgefragten” waren Landtagspräsidentin Ilse Aigner, Sozialministerin Ulrike Scharf und Peter Tomaschko, Vorsitzender des Bildungsausschusses.

Abgefragt: Ilse Aigner, Landtagspräsidentin. Foto: Bayerische Schüler:innenbewegung

Laura S., besucht die 12. Klasse: „Wir haben Fragen zum schulischen Allgemeinwissen gestellt wie ‚Wie nennt man die Stockwerke des Waldes? Wie lautet die Mitternachtsformel?‘ Viele hatten echte Schwierigkeiten damit und haben gemerkt, wie unangenehm das ist. Aber so geht es uns täglich! Wir lernen Stoff auswendig, den wir niemals wieder brauchen und der uns nicht auf das Leben vorbereitet. Von uns wird erwartet, jederzeit unangekündigt abprüfbar zu sein. Das macht Druck, viele von uns gehen mit Angst in die Schule. Aber das ist erwiesenermaßen kontraproduktiv für gutes Lernen. Das muss sich endlich ändern!“

Abgefragt: Sozialministerin Ulrike Scharf. Foto: Bayerische Schüler:innenbewegung

Einen Tag nach der Abfrage-Aktion, am 18. Juni 2026 veröffentlichte das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus in einem Schreiben (KMS) an alle bayerischen Gymnasien, Abendgymnasien und Kollegs die lange angekündigten Beschlüsse zur „Weiterentwicklung der Prüfungskultur an den bayerischen Schulen“ (Pressemitteilung Kultusministerium)

Darin erweitert das Ministerium die Leistungsbewertung zwar um zusätzliche Prüfungsformate wie z. B. praktische Prüfungen, Präsentationen oder Debatten. Die Grundlogik des Systems aus Lernen im Gleichschritt, Noten, Leistungsdruck und unangekündigten Leistungsnachweisen bleibt jedoch weiterhin bestehen. Die nun vorgelegten Beschlüsse sind weit entfernt von der angekündigten Neuausrichtung hin zu einer innovativen, individuellen und lernförderlichen Prüfungskultur.

Initiatorin der Petition, Amelie N.: „Unter einer innovativen Reform stelle ich mir etwas anderes vor. Das Kultusministerium stellte sogar nochmal explizit klar, dass unangekündigte Tests weiterhin bestehen bleiben. Bei den jetzt angekündigten Änderungen geht es weder um individualisiertes Lernen, noch um das Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler. Man hält am veralteten Bildungssystem fest. Prüfen und bewerten im Gleichschritt. Aber wir lassen uns auch hiervon nicht entmutigen, im Gegenteil. Wir haben uns zu einer Bildungsbewegung weiterentwickelt, viele Schülerinnen und Schüler stoßen zu uns. Wir fordern ein Ende der unangekündigten Prüfungen als Teil einer zeitgemäßen Lernkultur – mit echter Mitbestimmung, gerechten Bedingungen für alle und modernen Lernorten statt Bildungsbunkern!“
https://abfragen-abschaffen.de/forderungen/

Abgefragt: Bildungsausschuss-Vorsitzender Peter Tomaschko. Foto: Bayerische Schüler:innenbewegung

Hintergrund: Die Bayerische Schüler*innenbewegung ist aus der Petition gegen Abfragen und Exen entstanden. Vor genau einem Jahr, am 3. Juli 2025, wurde die von über 55.000 Menschen unterzeichnete Petition vom Bayerischen Bildungsausschuss mit den Stimmen von CSU, Freien Wählern und AfD abgelehnt.
Die Begründung: Die Forderungen griffen zu kurz, die sich zum damaligen Zeitpunkt noch in der Entwicklung befindenden Pläne für eine innovative Prüfungskultur würden die Anliegen umfassend aufgreifen.

Ein Jahr nach der Ablehnung der Petition setzt die Bayerische Schüler*innenbewegung ein neues Zeichen: Am 3. Juli 2026 kündigt sie an, Anfang nächster Woche den ersten Videobeitrag zur Abfrage-Aktion im Bayerischen Landtag zu veröffentlichen.

Was Schülerinnen und Schüler regelmäßig erleben, haben diesmal Abgeordnete erfahren: unangekündigt Fragen beantworten zu müssen. Wie sie auf diese ungewohnte Situation reagiert haben, zeigt der erste Videobeitrag Anfang nächster Woche.  

Amelie N.: „Trotz unterschiedlicher Positionen haben sich einige Abgeordnete viel Zeit für uns genommen, dafür möchten wir uns nochmal bedanken. Mit dieser Aktion wollten wir niemanden bloßstellen, sondern vielmehr an sie appellieren, endlich die notwendigen Weichen für eine angstfreie und zukunftsfähige Bildung zu stellen!“

Pressekontakt: Christine Lindner, 0173 7348469
oder E-Mail an abfragen_abschaffen@posteo.de

Links:
Petition „Schluss mit Abfragen und Exen!“, www.kurzelinks.de/keineex
Website: https://abfragen-abschaffen.de/ 
Forderungen: https://abfragen-abschaffen.de/forderungen/
Wie alles begann: https://abfragen-abschaffen.de/geschichte/   

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