Sichtweisen #98: Ihr nennt es „Leistung“

Ach, wenn es nur so einfach wäre: In der Schule tun wir so, als wäre das ein naturgegebener Zusammenhang: So, wie wir die Schülerinnen Laura und Mariam benoten, wird ihnen das gerecht, denn es entspricht ihrer Leistung in Probearbeiten und Schulaufgaben. Dass diese Leistung sich aus zahlreichen Komponenten zusammensetzt, deren Entstehung bis zur Geburt der Schülerinnen zurückreicht, machen sich möglicherweise nicht alle Lehrerinnen und Lehrer klar. Die folgenden Ausführungen sollen dazu beitragen, ein paar wichtige Zusammenhänge bei der Benotung nicht aus den Augen zu verlieren. Mit den Namen „Laura“ möchte ich den einen Pol des gesellschaftlichen Spektrums beschreiben, nämlich das Kind bildungsbeflissener Eltern mit einem mindestens mittleren Einkommen. „Mariam“ repräsentiert dagegen ein Kind aus einer Familie mit Migrationshintergrund und in einer wirtschaftlichen Situation, die dazu führt, dass sie Unterstützung nach SGB-II erhält. Natürlich handelt es sich dabei um pauschalisierte Schemata oder auch Stereotypen. Sie haben in einigen Teilen dieses Aufsatzes die Funktion, die Breite des gesellschaftlichen Spektrums zu verdeutlichen, die auch in der konkreten und messbaren Wirklichkeit Folgen hat für Leistungen und Noten in der Schule, also für den gesamten Bildungsweg eines Kindes und Jugendlichen – was zu beweisen sein wird. Geburt Jedes Kind kommt mit seiner eigenen genetischen Ausstattung … Sichtweisen #98: Ihr nennt es „Leistung“ weiterlesen