Gast #72: Der Umgang der Bildungspolitik mit sonderpädagogischer Diagnostik
Von Dr. Brigitte Schumann Wie viele wissenschaftliche Erkenntnisse und wie viele Beweise braucht es noch, damit die Bildungspolitik die strukturelle Macht und Willkür sonderpädagogischer Diagnostik erkennt und Konsequenzen zieht? Stattdessen will sie den Einfluss der sonderpädagogischen Diagnostik ausweiten. Im Fall von Nenad M. gelang es mit Unterstützung des Vereins mittendrin e.V., das Land NRW 2018 in einem spektakulären Prozess auf Schadensersatz zu verklagen. Es konnte nachgewiesen werden, dass der Schüler zu Unrecht als geistig behindert diagnostiziert und in einer Kölner Förderschule für Geistige Entwicklung jahrelang um sein Recht auf Bildung betrogen worden war. Die Forderung nach einer systematischen Untersuchung durch eine unabhängige Untersuchungskommission, die den Hinweisen auf weitere Fälle und den strukturellen Ursachen für unrechtmäßige Diagnosen nachgehen sollte, wurde vom Schulministerium damals jedoch abgelehnt. Der „Einzelfall“ reichte nur für eine hausinterne Überprüfung. Das aktuelle Beispiel willkürlicher Diagnostik Der Fall einer alleinerziehenden Mutter und ihrer Tochter in Rheinland-Pfalz, über den auf Bildungsklick ausführlich berichtet wurde, beweist aktuell, wie willkürlich und wirkmächtig sonderpädagogische Gutachten mit ihrer Diagnostik sind. Während der gesamten Schulzeit ihrer Tochter hatte sich die Mutter konsequent geweigert, sonderpädagogische Gutachten anzuerkennen, die ihrer Tochter die Diagnose „Lernbehinderung“ bescheinigten. Zu Recht! Die als lernbehindert diagnostizierte Tochter wird am Ende dieses Schuljahres den Realschulabschuss bekommen. … Gast #72: Der Umgang der Bildungspolitik mit sonderpädagogischer Diagnostik weiterlesen
Füge diese URL in deine WordPress-Website ein, um den Inhalt einzubetten
Füge diesen Code in deine Website ein, um den Inhalt einzubetten