Gast #66: NRW: Politisches Schweigen zu falschen sonderpädagogischen Diagnosen
Die Ergebnisse eines wissenschaftlichen Prüfauftrags zeigen: Vermutlich wurde Tausenden Kindern in amtlichen Feststellungsverfahren in NRW zu Unrecht ein sonderpädagogischer Förderbedarf attestiert. Die Politik schweigt dazu bisher. Von Dr. Brigitte Schumann Die aktuelle nordrhein-westfälische Landesregierung hat im Jahr 2023 – nicht zuletzt unter dem langjährigen Druck des Landesrechnungshofs – einen wissenschaftlichen Prüfauftrag vergeben. Die Ergebnisse des Gutachtens sind seit April 2024 in einer Kurz- und Langfassung für jeden im Internet einsehbar. Systemische Eigeninteressen vs. Interessen des Kindes Die Zahl der Schüler:innen mit Bedarf an sonderpädagogischer Förderung ist innerhalb von zehn Jahren von 128.000 auf 158.000 angestiegen. Basierend auf der Auswertung des Forschungs- und Diskussionsstands, der Experteninterviews und der Analyse sonderpädagogischer Feststellungsgutachten kommt die Untersuchung in der systemischen Gesamtbetrachtung zu einem eindeutigen Ergebnis: Der Anstieg der Förderquoten kann nicht hinreichend mit dem Anstieg des Förderbedarfs auf Seiten der Schüler:innen erklärt werden. Der Anstieg der Förderquoten kann nicht hinreichend mit dem Anstieg des Förderbedarfs auf Seiten der Schüler:innen erklärt werden. Als zentrale Ursache für den Anstieg der Förderquoten identifiziert die Untersuchung die systemischen Problemlagen der allgemeinen Schulen. Sie legt dar, dass das Feststellungsverfahren vermehrt zur schulischen Entlastung und zur Ressourcenbeschaffung in prekären schulischen Situationen dient, da an die Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs Ressourcen gebunden sind. Diese Motive … Gast #66: NRW: Politisches Schweigen zu falschen sonderpädagogischen Diagnosen weiterlesen
Füge diese URL in deine WordPress-Website ein, um sie einzubetten
Füge diesen Code in deine Website ein, um ihn einzubinden