Gast #61: Recht auf inklusive Bildung wird ignoriert
Von Dr. Brigitte Schumann NRW gehört zu den Bundesländern, in denen das Förderschulsystem statt eines konsequenten Rückbaus eine Ausweitung erfährt. Das Beispiel des Ennepe-Ruhr-Kreises zeigt, wie Kommunen das Recht auf inklusive Bildung einfach ignorieren können. Am 16.02.2023 hat der Kreistag des Ennepe-Ruhr-Kreises mit den Stimmen von CDU und SPD bei Enthaltung der Grünen dem Verwaltungsvorschlag „Bedarf zur Errichtung eines dritten Förderschulstandortes für Lern- und Entwicklungsstörungen im Kreisgebiet“ zugestimmt. Den Verwaltungsvorschlag vorbereitet hat die seit 2018 bestehende interkommunale Arbeitsgruppe „Schulentwicklung Förderschulen EN“ mit dem Ziel der „Weiterentwicklung der Förderschullandschaft im Bereich der Lern- und Entwicklungsstörungen (LES)“. Sie setzt sich zusammen aus kommunalen Vertreter:innen, der unteren Schulaufsicht sowie der Evangelischen Stiftung, die eine private Förderschule im Kreisgebiet unterhält. Dynamische Förderschulentwicklung Ausschlaggebend für die Entscheidung von Verwaltung und Politik ist die „dynamische Förderschulentwicklung“ mit steigenden Anmeldezahlen für die Förderschule, die angeblich den Elternwillen widerspiegeln. Das Schulwahlverhalten der Eltern zeige eine deutliche Präferenz für kleine überschaubare Förderschulsysteme und erkläre auch den Trend zum Wechsel aus dem Gemeinsamen Lernen in die Förderschule. Die Verwaltung weist darauf hin, dass die steigenden Schülerzahlen, insbesondere im Förderschwerpunkt Lernen, an den bestehenden Standorten nicht aufgefangen werden können und die Schulaufsicht einen Ausbau aufgrund der Größe der derzeitigen Systeme für … Gast #61: Recht auf inklusive Bildung wird ignoriert weiterlesen
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