Initiative #38: Neuer Anlauf in Bayern

Man sollte es nicht glauben: Es gibt ja in Bayern immer noch Anläufe zum längeren gemeinsamen Lernen. Am 21.01.2020 waren wieder einmal Claudia Forster, die Bürgermeisterin von Denkendorf, und Christian Wagner, der Bürgermeister von Kipfenberg, im Kultusministerium.

Begleitet wurden sie von den beiden Vorsitzenden des Fördervereins „Bildung am Limes“ Alfons Weber und Robert Feuerlein und von Roland Grüttner. Die Gesprächspartner waren Ministerialdirigentin Elfriede Ohrnberger (Grundsatzabteilung) und Ministerialdirigent Walter Gremm (Grund-, Mittel- und Förderschulen).

Die Gesprächsatmosphäre war positiv und konstruktiv. Die Gemeinde- und Vereinsvertreter fanden zwar Gehör, allerdings nicht die erhofften Zusagen. Die Vertreter des Kultusministeriums sprachen sich deutlich gegen die Einrichtung von Gemeinschaftsschulen oder eines entsprechenden Schulversuches aus. Sie begründeten darüber hinaus ausführlich und in aller Höflichkeit und Klarheit, warum sie auch keine Strukturdiskussion führen würden.

Zusammengefasst lauteten die Aussagen:

  • Das Kultusministerium habe kein Mandat für eine Strukturveränderung – weder durch den Koalitionsvertrag noch durch einen Landtagsbeschluss.
  • Das bayerische Schulsystem sei erfolgreich in allen Bildungsvergleichen; das dürfe nicht geschwächt werden.
  • Ein Schulversuch müsse zu irgendeiner Umsetzung und positiven Wirkung für das Gesamtsystem führen und könne deshalb nicht nur lokal erfolgen.
  • Es entstünde ein erheblicher Veränderungsaufwand mit den entsprechenden Kosten an Zeit, Kraft, Energie und Finanzen. Man denke nur an die R6-Reform.
  • Eine Strukturdiskussion erübrige sich, weil „die Wissenschaft“ den bayerischen Weg bestätige.
  • Wir müssten doch an die Kinder denken.

In einem Pressegespräch, an dem auch noch Prof. Krassimir Stojanov von der Katholischen Universität Eichstätt teilnahm, zogen die Antragsteller eine ernüchterte Bilanz:

Das Anliegen des längeren gemeinsamen Lernens sei heute noch so berechtigt wie vor zehn Jahren, als die Initiative ins Leben gerufen wurde. Aber man sollte realistischer Weise sagen, dass sich die Gemeinden unter den gegebenen politischen Umständen von der Hoffnung auf die Genehmigung einer Modellschule / Gemeinschaftsschule verabschieden müssten.

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