Faktencheck #33: Klassengrößen

Können die Schüler/innen in kleineren Klassen besser lernen? Diese Frage hat Gerd Möller in diesem Blog vor kurzem erörtert und dabei vor allem deutlich gemacht, dass es dabei zahlreiche Effekte abzuwägen und Einflussgrößen zu beachten gilt. Zwei Autoren des DIW führen uns weiter in diese Thematik hinein.

Auf einen Blick

Im DIW-Wochenbericht 22 / 2018 geben Maximilian Bach und Stephan Sievert auf der Titelseite einen Überblick über ihre Ergebnisse.

Kleinere Grundschulklassen können zu besseren Leistungen von SchülerInnen führen

• Studie untersucht auf Basis von Vergleichsarbeiten für GrundschülerInnen, wie sich die Klassengröße auf den Lernerfolg auswirkt
• Kleinere Klassen führen in der Grundschule zu besseren Leistungen in Deutsch und Mathematik sowie zu weniger Klassenwiederholungen
• Dieser Effekt zeigt sich in Klassen mit mindestens etwa 20 SchülerInnen
• In Mathematik profitieren hauptsächlich Mädchen von kleineren Klassen
• Im Gegensatz zu bisherigen Studien für Deutschland berücksichtigt diese Untersuchung, dass leistungsschwächere SchülerInnen kleineren Klassen zugeordnet werden

Zur Veranschaulichung verwenden Sie diese Grafiken:

Grafik_Klassengröße
(c) DIW Berlin 2018
Klassengröße-Testergebnisse
(c) DIW Berlin 2018
Klassengröße-Wiederholerquote
(c) DIW Berlin 2018

Hier noch das Abstract:

Kleinere Klassen in der Grundschule führen zu besseren Leistungen in den Fächern Deutsch und Mathematik. Außerdem senken sie die Wahrscheinlichkeit, eine Klasse wiederholen zu müssen. Dies zeigt die vorliegende Analyse der Testresultate von mehr als 38.000 SchülerInnen, die Daten der landesweiten Orientierungsarbeiten im Saarland auswertet.

Das Ergebnis widerspricht auf den ersten Blick bisherigen Studien für Deutschland, die mehrheitlich keine signifikanten Klassengrößeneffekte finden konnten. In der vorliegenden Studie wird jedoch ein weiterentwickeltes Untersuchungsdesign
verwendet.

Die Analyse zeigt, dass ein Reduzieren der Klassengröße vor allem in größeren Klassen mit mindestens etwa 20 SchülerInnen effektiv ist. Insofern könnte es sinnvoll sein, die Bildung kleinerer Klassenverbünde zu fördern, um das Leistungsniveau von GrundschülerInnen anzuheben. Dies trifft nicht auf kleinere Klassen zu: Bis zu einer Grenze von etwa 20 SchülerInnen können Klassen sogar vergrößert werden, ohne dass es zu Leistungseinbußen in den Fächern Deutsch und Mathematik kommt.

Literatur:

Maximilian Bach; Stephan Sievert. Kleinere Grundschulklassen können zu
besseren Leistungen von SchülerInnen führen, DIW-Wochenbericht 22 / 2018

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