Die Siegerschulen des deutschen Schulpreises

Mag es Zufall sein, Folge des Schulpreis-Konzeptes oder doch eine Frage von Haltungen und Qualität: Unter den Preisträgerschulen befinden sich wieder auffällig viele inklusiv und auf Gemeinsamkeit (nicht Segregation) angelegte Schulen. Hier die Selbstdarstellungen.

Das Evangelisches Schulzentrum Martinschule, Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern erhält den Hauptpreis in Höhe 100.000 Euro.

Wir machen Schule – evangelisch, weltoffen, inklusiv, reformpädagogisch, ganztägig

Das sind wir! – Eine Schule, in der alle Kinder und Jugendlichen willkommen sind, Mädchen und Jungen mit Begabungen aller Art, mit Handicap und Kinder aus verschiedenen Kulturen, mit und ohne Religionen.

VONEINANDER UND MITEINANDER LERNEN

  • Wir lernen in unserer christlichen Schulgemeinschaft.
  • Wir lernen im eigenen Tempo und auf individuellen Wegen und präsentieren das Gelernte in der Gemeinschaft.
  • Wir lernen nach unseren Möglichkeiten und mit individuellen Zielen.

HERAUSFORDERUNG SUCHEN UND GEMEINSAM MEISTERN

  • Wir suchen stets nach neuen Wegen, sinnvoll und praxisorientiert Wissen und Können zu erwerben.
  • Wir bereiten alle Schülerinnen und Schüler durch die Einbindung außerschulischer Lernorte auf das Leben vor.
  • Wir unterstützen und fördern Projektarbeit und neue Unterrichtsformen.

MITEINANDER TEILEN

  • Wir teilen Freud und Leid.
  • Wir teilen Erfahrungen und Wissen.
  • Wir teilen mit Hilfsbedürftigen in aller Welt.

WELLEN SCHLAGEN

  • Wir mischen uns aktiv und kritisch in die Bildungspolitik des Landes ein.
  • Wir fördern die Zusammenarbeit mit anderen evangelischen Schulen und kirchlichen Gremien.
  • Wir stellen unsere Schulentwicklung auf Tagungen und Konferenzen vor und unterstützen andere Schulen.
  • Wir begeistern Gäste aus nah und fern.
  • Wir haben eine wirksame Medienpräsenz.

Die Gesamtschule Bremen-Ost in Bremen bekommt ein Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro.

Um an der GSO an der Optimierung der Unterrichtsqualität zu arbeiten, hat sich aus einer langjährigen Zusammenarbeit mit dem Neurobiologen und Verhaltensphysiologen an der Universität Bremen Prof. Roth ein gemeinsames Projekt, das sogenannte „Roth-Projekt“ entwickelt, in dem an der Reform des Schulunterrichts an der GSO gearbeitet wird. Die Leitung übernahmen Prof. Roth, Michael Koop (Organisation sowie Zusammenarbeit mit Prof. Roth) und Karin Peterburs (Schulorganisatorische Regelungen).

Diese Zusammenarbeit begann 2008 auf Initiative von Prof. Roth und Michael Koop. Angesiedelt im Fachbereich Mathematik arbeitete von Mai 2009 bis Februar 2011 eine Arbeitsgruppe unter dem Titel „Lehren und Lernen“. Ziel der Arbeitsgruppe war es zu hinterfragen, ob wissenschaftliche Ergebnisse aus den Bereichen Neurobiologie und Psychologie in der alltäglichen schulischen Unterrichtsarbeit ihre Umsetzung erfahren (können). Die Ergebnisse flossen in dem im Februar 2011 veröffentlichten Buch „Bildung braucht Persönlichkeit“ (Roth, Gerhard (2011): Bildung braucht Persönlichkeit – Wie Lernen gelingt. Klett-Cotta, Stuttgart) ein.

Start der Umsetzung des Projekts in den Unterricht der GSO war im Schuljahr 2012/13. Jeweils zwei Kolleginnen und Kollegen pro teilnehmender Klasse bildeten ein Team, trafen unter Maßgabe der Rahmen-/Bildungspläne Absprachen bzgl. des Unterrichts am Projekttag/Thementag und führten diesen an einem ganzen Schultag pro Woche zu einem (maximal zwei) Themen durch. Sie trafen sich zu möglichst regelmäßig stattfindenden Teambesprechungen mit der Projektleitung. Zudem fanden Lehrerfortbildungen unter der Leitung von Prof. Roth zu folgenden Themen statt:

1. Die Bedeutung der Lehrer- und Schülerpersönlichkeit für den Lernerfolg.

2. Wie sieht ein „hirngerechter“ Unterricht aus?

3. Der Umgang mit Intelligenz- und Begabungsunterschieden und Lern- und Verhaltensstörungen.

Die bisher umgesetzten Schritte sind 

– die Bildung von Lehrer-Teams,

– die Verständigung zwischen den Lehrerinnen und Lehrern hinsichtlich der Ziele,

– eine systematische Weiterbildung der beteiligten Kolleginnen und Kollegen in psychologischer und kognitionswissenschaftlicher Hinsicht,

– die kritische Überprüfung des Stoffes nach der Maxime ‚Weniger ist mehr‘,

– die genaue Ausarbeitung einer neuen Unterrichtsstruktur.

Unter Berücksichtigung der vorgenannten Schritte wurde bisher

– die Durchführung des Unterrichts an einem Schultag jeder Schulwoche des Schuljahres 2012/13 im gesamten 5. Jahrgang,

– deren Fortsetzung im Schuljahr 2013/14 mit 5 Klassen im 6. Jahrgang,

– deren Ausweitung auf die Jahrgängen 6 bis 10 bis zum Schuljahr 2017/18 durchgeführt.

Auch in den kommenden Schuljahren sollen die Klassen vom 6. bis zum 10. Jahrgang in das Projekt einbezogen werden.

Die für die tägliche Schulpraxis wichtigen Erkenntnisse und Erfahrungen wurden nach 4 Jahren der Erprobung (s. unten) in dem im November 2015 veröffentlichten Buch „Besser lehren – besser lernen“ (Roth, Gerhard u. Michael Koop (2015): Besser lehren – besser lernen. Schulpraxis und Hirnforschung im Tandem. Raabe, Stuttgart) zusammengefasst.

Die Franz-Leuninger-Schule in Mengerskirchen in Hessen gewinnt 25.000 Euro.

Die Franz-Leuninger-Schule ist eine inklusive, selbstständige, musikalische Ganztagsschule und der Motor des kommunalen Netzwerkes, welche sich in den letzten Jahren im Besonderen den Herausforderungen des gesellschaftlichen und familialen Wandels im ländlichen Raum gewidmet hat.

  • Unsere Schule ist inklusiv, denn sie wird von allen Kindern aus der Region besucht, gleich welchen Geschlechts, welcher Herkunft, mit und ohne Behinderung oder Hochbegabung und unabhängig vom sozioökonomischen Status.
  • Unsere Schule ist eine selbstständigeSchule, damit wir eigenverantwortlich die personellen und sächlichen Ressourcen zum Wohle aller Kinder unserer Schule einsetzen und die Teilhabe aller sicherstellen können.
  • Unsere Schule ist musikalische Grundschule, weil mehr Musik das körperliche und seelische Wohlbefinden Aller fördert, die kindliche Lernfreude stärkt und das soziale Miteinander an der Schule verbessert.
  • Unsere Schule ist eine Ganztagsschule mit Menschen unterschiedlichster Profession, die so flexibel ist, wie Kinder und Eltern sie brauchen.
  • Unsere Schule versteht sich als Schule in der Mitte des Dorfes, die als Motor eines kommunalen Netzwerkes agiert.

Die Integrierte Gesamtschule Hannover-List in Niedersachsen erhält 25.000 Euro.

Leitbild

1. Persönlichkeitsbildung

Wir fördern die Persönlichkeitsentwicklung unserer Schüler/innen und führen sie durch den Erwerb von Schlüsselqualifikationen und Fachkompetenzen zu einem bestmöglichen Abschluss.

2. Schulzufriedenheit

Wir sorgen dafür, dass sich alle in der Schule wohlfühlen und die Schule in der Öffentlichkeit positiv wahrgenommen wird.

3. Lernkultur

Wir entwickeln ein fächer- und jahrgangsübergreifendes Schulcurriculum und unterstützen die Schüler/innen in ihrem individuellen Lernprozess durch Optimierung des Unterrichts und des Lernumfeldes.

4. Schulkultur und Schulleben

Wir gestalten eine positive Schulkultur durch ein aktives und soziales Miteinander und durch die Öffnung der Schule nach innen und außen.

5. Schulleitungshandeln

Wir haben eine kollegiale Schulleitung, die in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit allen Mitgliedern der Schulgemeinschaft für eine gute Unterrichtsorganisation, effektives Schulmanagement und eine innovative Weiterentwicklung der Schule sorgt.

6. Lehrerprofessionalität

Wir fördern die Professionalisierung der Lehrkräfte durch Fortbildung und Teamarbeit.

7. Schulentwicklung und Evaluation

Wir fördern den kontinuierlichen Verbesserungsprozess in unserer Schule auf der Basis des Schulprogramms und mit Hilfe regelmäßiger Evaluation.

Das Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium in Münster in Nordrhein-Westfalen bekommt 25.000 Euro.

Auftrag
Die Achtung vor der Würde des Menschen, die Erziehung zur Übernahme von Verantwortung für sich und die Gesellschaft wie auch die Persönlichkeitsbildung stellen die Grundlagen unserer Arbeit dar. Daraus leiten wir fachliche Bildung, soziale und gesundheitsbewusste Erziehung sowie Herzensbildung als Selbstverpflichtung und Auftrag an die Schulgemeinschaft ab.

Ziele
Daher sind es gemeinsame Ziele von Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrerinnen und Lehrern,

  • Wissen zu erwerben und zu vermitteln.
  • Urteilsfähigkeit und soziale Kompetenz aus- und weiterzubilden und anzuwenden.
  • Kreativität zuzulassen, anzuregen und zu fördern.
  • Freude am Lernen und Lernfähigkeit zu erhalten und auszubauen.
  • mit Erfolgen und Misserfolgen angemessen umzugehen und Frustrationstoleranz zu entwickeln.

Weg
Diese Ziele erreichen wir durch …

… einen wertschätzenden Umgang miteinander.

  • Das bedeutet für uns, dass wir allen am Bildungs- und Erziehungsprozess Beteiligten respektvoll, aufrichtig und mit Anerkennung begegnen.
  • Dabei wollen wir hilfsbereit, geduldig, rücksichtsvoll, ermutigend und interessiert mit allen zusammenarbeiten.

… die Wahrnehmung des Einzelnen.

  • Das bedeutet für uns, dass wir jedem Individuum aufmerksam begegnen und sein Lebensumfeld sowie seine persönlichen Voraussetzungen berücksichtigen.

… eine Kooperation mit allen Beteiligten.

  • Das bedeutet für uns, dass wir einen regelmäßigen Austausch, eine gemeinsame Arbeit und die Entwicklung einheitlicher Ziele verfolgen. Dazu gehört, dass wir uns konstruktiv-kritisch den Herausforderungen von Bildung und Erziehung stellen.

… einen verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen aller Beteiligten.

  • Das bedeutet für uns, dass wir transparente Arbeitsabläufe schaffen, verlässliche und klare Absprachen und Regeln achten.

… Konsequenz.

  • Das bedeutet für uns, dass wir miteinander auf die Einhaltung gemeinsam erstellter Absprachen und Regeln achten.

… Vielfalt.

  • Das bedeutet für uns, dass wir Angebote schaffen, die den unterschiedlichen Talenten, Neigungen und Interessen individuell gerecht werden.

… die Gestaltung der Schule als Lebensraum.

  • Das bedeutet für uns, dass wir als Schulgemeinde das Schulgebäude und Schulgelände ansprechend und freundlich gestalten. Wir achten gemeinsam auf einen sorgfältigen Umgang mit allen Einrichtungen der Schule.

Dieses Leitbild ist Zielvorstellung der gesamten Schulgemeinschaft, d. h. der Schülerinnen und Schüler, der Lehrerinnen und Lehrer, der Eltern bzw. Erziehungsberechtigten und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Es ist Grundlage unseres täglichen Arbeitens und Miteinanders.

Die Matthias-Claudius-Schule in Bochum in Nordrhein-Westfalen erhält ebenfalls ein Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro.

Worauf es ankommt

Die Frage, wie eine gute Schule aussehen soll, muss immer neu gestellt werden. Unbestritten muss sie dem Schüler ein solides Grundwissen, Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten vermitteln, damit dieser seine Umwelt verstehen und sein Leben gestalten lernt. Sie hilft auch, eine eigene Überzeugung vom Sinn des Lebens zu finden und Maßstäbe für das Zusammenleben zu entwickeln. Denn in einer sich wandelnden und häufig unüberschaubaren Gesellschaft werden schon an den jungen Menschen hohe Anforderungen gestellt.

Die Schule soll den Schülern helfen

• Selbstvertrauen und Zuversicht zu finden, damit er vor Aufgaben nicht ausweicht und Konflikte durchstehen lernt:

• das Lernen so zu lernen, dass er neue Aufgaben und Situationen selbständig bewältigen kann:

• Verantwortung zu übernehmen, d. h. seinen Kenntnissen und seiner Begabung entsprechend sich im persönlichen, beruflichen und öffentlichen Leben einzusetzen und zugleich die eigenen Grenzen zu erkennen:

• ganzheitlich zu denken und zu handeln, d. h. Zusammenhänge zu begreifen und die Lösung der Aufgaben in der Zusammenarbeit mit anderen anzustreben.

Die Matthias-Claudius-Schule Bochum stellt sich diesen Aufgaben von Bildung und Erziehung auf der Grundlage des christlichen Glaubens. Da sie nur einen Teil des Erziehungs- und Bildungsauftrages wahrnehmen kann, sucht sie das Gespräch und die Unterstützung des Elternhauses.

Was uns besonders wichtig ist

1. Wir wollen alle Schüler in ihrer individuellen Leistungsfähigkeit ernst nehmen und fördern.

2. Wir wollen allen Schüler ein ganzheitliches Lernen ermöglichen

3. Wir wollen den Schülern Lebens- und Orientierungshilfen anbieten.

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