People #8: Florian Schwegler, Landesschülersprecher

Florian SchweglerFlorian Schwegler ist Landesschülersprecher für die Gymnasien in Bayern. Zusammen mit den Landessprechern anderer Schularten bildet er den Landesschülerrat. Über die eigene Homepage und Facebook kann man sich über dessen Schwerpunkte informieren.

Schwegler hat sich kürzlich in einem Zeitungsinterview zum bayerischen Schulsystem so geäußert:

Von der Schule der Zukunft hat der 17-Jährige, der im nächsten Jahr ein Jura-Studium aufnehmen will, eine klare Vorstellung. Vorreiter sind auch für ihn die skandinavischen Länder. Offene Lernräume wünscht er sich, viel mehr Gruppenarbeit, eine größere Dynamik. Das typisch bayerische, dreigliedrige Schulsystem würde er zugunsten einer durchdachten integrierten Gesamtschule ändern. „Gemeinsames Lernen ist doch sinnvoll“, sagt er. Alle Beteiligten würden von den unterschiedlichen Sichtweisen profitieren, neue Erfahrungen sammeln, niemand müsste sich minderwertig fühlen. Voraussetzung sei allerdings eine individuelle Förderung. Neben Lehrern müssten auch Sozialpädagogen zum Einsatz kommen und es müsste kleinere Klassen geben.

Viel Hoffnung hat Schwegler aber nicht, dass ein entsprechender Umschwung tatsächlich eingeleitet wird. „Das dreigliedrige System ist in Bayern ganz fest verankert.“ Veränderungen brauchen ihre Zeit. Erst Recht bei einem so relevantem Thema wie der Schulbildung, bei dem alle möglichen politischen und gesellschaftlichen Gruppierungen ein Wörtchen mitreden wollen.

Quelle: http://www.infranken.de/regional/kitzingen/ein-gefragter-junger-mann;art113220,3107697

Zur Arbeit des Landesschülerrates

Es gibt zwei Positionspapiere aus dem Jahr 2017 – eines zur Handynutzung und eines zum Bleiberecht von Azubis und Flüchtlingen (vergleiche dazu die Initiative #6 und #7 in diesem Blog). Aus letzterem Papier seien hier zentrale Aussagen zitiert.

Der Landesschülerrat in Bayern spricht sich für ein Bleiberecht integrationsbereiter Auszubildender und Schüler*innen im Ausbildungszeitraum aus.
Die Abschiebung in vermeintlich sichere Länder schwebt wie ein Damoklesschwert über den Perspektiven von Auszubildenden und Schüler*innen, ihrem (Schul)Alltag und dem  Abschluss der Ausbildung.
Täglich gehen viele junge Auszubildende und Schüler*innen mit der Furcht in die Schule, aus dem Klassenzimmer heraus abgeschoben zu werden. Ein zielführender Schulbesuch ist daher nur schwer möglich.
In den ersten drei Monaten des Aufenthalts besteht für Kinder und Jugendliche keine Schulpflicht in Bayern. Nach unserer Meinung wäre es zielführender, wenn diese schon mit der Einreichung des Asylantrags einsetzt. Gemäß Artikel 28 der UN-Kinderrechtskonvention hat jedes Kind das Recht auf Zugang zu Bildung und Schulunterricht. Dieses Recht sollte so schnell wie möglich umgesetzt werden.
Die aktuellen Asylverfahren und der Umgang mit den Auszubildenden und Schüler*innen beruht nicht auf einer individuellen Beurteilung der Asylsuchenden und lässt die schulischen Einrichtungen und Leistungen außen vor. Jeder Auszubildende und Schüler*in soll das Recht auf eine individuelle Beurteilung seines Gesuches haben. Eine Einbindung der Verantwortlichen, wie Schulen und Arbeitgebern, ist dabei unserer Meinung nach unerlässlich.
Jeder gesetzestreue, integrationsbereite und lerneifrige geflüchtete Auszubildende oder Schüler*in soll die Möglichkeit bekommen, im Freistaat Bayern eine Schullaufbahn oder eine Ausbildung anzutreten.
Die wichtigsten Erfolgsfaktoren bei der Integration von geflüchteten Auszubildenden und Schüler*innen sind der Zugang zum Bildungssystem und dem Arbeitsmarkt. Es gibt unserer Meinung nach keinen schnelleren Weg der Integration als den der gemeinsamen Arbeit.
Von Seiten des Kultusministeriums wurden bereits umfassende Anstrengungen (Schaffung zusätzlicher Lehrstellen, Fortbildungsangebote und Förderprogramme) unternommen, welche sich aber mit der letztendlichen Abschiebung der Auszubildenden und Schüler*innen als vergeblich herausstellen. Dieser Status Quo ist weder für die Geförderten noch für die Förderer zielführend, wenn sich weder Auszubildende, Schüler*innen, Betriebe oder Schulen darauf verlassen können, dass die Ausbildung abgeschlossen werden kann. Diese Umstände belasten die Auszubildenden und Schüler*innen zusätzlich, was einer erfolgreichen Integration entgegenwirkt.

Die Sprache ist verbindlich, der Inhalt klar: Das bayerische KM hat „umfassende Anstrengungen“ unternommen, die durch eine Abschiebung jedoch konterkariert werden. Beides verantwortet die CSU.

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