Fail #13: Lehrermangel und kein Ende

Das bayerische Kultusministerium hat sich dem Schweinezyklus ergeben und produziert abwechselnd Lehrermangel und -überschuss. Dem könnte man durch die Ausbildung von Stufenlehrkräften begegnen, aber das ist in Bayern tabu – es könnte ja die Einführung von Gemeinschaftsschulen durch die Hintertür bedeuten, was unter allen Umständen vermieden werden soll

So müssen die Lehrer- und Schulleiterverbände notgedrungen alle Jahre wieder mahnen und Vorschläge unterbreiten. Sie werden – wie diese Anregungen des bsv – wohl auch wieder folgenlos bleiben.

Der Bayerische Schulleitungsverband (bsv) schreibt in seinem Newsletter Nr 113 – 27.06.2017

„…auf die Schulleitung kommt es an!“

Wie beheben wir den Lehrermangel und sorgen für gute Schule?

Der Bayerische Schulleitungsverband BSV möchte es nicht versäumen, mit konkreten Vorschlägen der sich verstärkenden Misere infolge des eklatanten Lehrermangels – bedingt durch die deutlich höhere Schülerzahl – im Bereich der Grund- und Mittelschulen zu begegnen. Es soll uns im neuen Schuljahr 2017/2018 niemand vorwerfen, wir hätten unsere Expertise und unsere Weitsicht nicht rechtzeitig in den Dienst der nötigen Unterrichtsversorgung gestellt. Wir alle wissen, dass es durch die enormen steuerlichen Zusatzeinnahmen nicht am Geld scheitern kann, sondern nur an den zu behebenden Personalressourcen.

1. Alle verfügbaren ausgebildeten Grundschullehrer, Mittelschullehrer, Förderlehrer und Fachlehrer einstellen und die Wartelisten (bis Note 3,5) abräumen.

2. In andere Bundesländer und Länder abgewanderte bayerische Lehrkräfte aus dem Grund- und Mittelschulbereich zurückwerben.

In den letzten zehn Jahren ließen sich viele junge Lehrer, die eigentlich lieber in Bayern unterrichten wollten, von anderen Bundesländern anwerben. Wir sollten die Rückkehrwilligen mit offenen Armen wieder aufnehmen.

3. Alle verfügbaren und für den Volksschulbereich einsatzwilligen Lehrkräfte mit Realschul- und Gymnasiallehrerausbildung mit Arbeitsverträgen und Umschulungsmaßnahmen einstellen.

Es darf keine arbeitslosen Lehrkräfte und gleichzeitig Lehrermangel an unseren Schulen geben.

4. Aussetzen der externen Evaluation für einen Zeitraum von drei Jahren. Die eingesparten Personalressourcen sollen direkt für den Unterricht nutzbar gemacht werden. Die oberen Fachstellen sollten sich auf die Umsetzung und Förderung der Selbstevaluation und der internen Evaluation konzentrieren.

5. Zurückführen aller Grundschullehrkräfte, die derzeit an Realschulen und Gymnasium als Übertrittslotsen fungieren. Dies ist in Zeiten eines erheblichen Lehrermangels an den Grundschulen ein Luxus, den wir uns zumindest in den nächsten Jahren nicht mehr leisten können. Es ist nicht einzusehen, dass in der Grundschule 1. Klassen mit 28 Schulanfängern mit Inklusions- und Integrationsaufgaben mit einer einzigen Lehrkraft gebildet werden, während Grundschullehrkräfte in deutlich kleineren Klassen am Gymnasium als zweite Lehrkraft in der Klasse den Unterricht differenzieren.

6. Sofortige Entlastung der Schulleiter und Konrektoren

Für die Schulleitungen an den Grund- und Mittelschulen sind alle bisherigen Verlautbarungen aus der Politik nichts mehr als Lippenbekenntnisse. Sollen sich auch in Zukunft noch kompetente Lehrkräfte für Konrektorenstellen und Konrektoren und beförderte Lehrkräfte für Schulleiterstellen interessieren, wird es höchste Zeit, dass endlich ein wirksames Paket auch die Leiter an Grund- und Mittelschulen entlastet und in die Lage versetzt, ihre Rolle und ihren Beruf als Führungskraft wahrzunehmen und Zeit für eine qualitätsvolle Schulentwicklung zu bekommen. Eine Äquivalenz von 500 Lehrerstellen würde wohl nur mit 30 Millionen € anzusetzen sein, was bei der derzeitigen Finanzlage und gutem Willen sicher machbar ist.

Die Anrechnungsstunden sind selbstverständlich nach dem Umfang der Aufgaben zu verteilen. Hier besteht ein enormer Nachholbedarf bei Schulen mit rhythmisierten Ganztagsklassen und auch mit den offenen Ganztagsschulen. Hier gingen die Schulleiter bisher völlig leer aus. Bei den Verwaltungsangestellten gibt es einen enormen Bedarf in allen Schulen, aber ganz besonders in jenen, die gleichzeitig als Grund- und Mittelschulen die doppelten Verwaltungsvorgänge zu erledigen haben.

Längst überfällig ist der Anrechnungsstunden-Pool für kooperative Schulführung an großen Grund- und Mittelschulen.

https://www.bsv-bayern.info/cms2/newsletter

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